Kiew – Ein Ort, an dem Menschen Hilfe finden sollten, wurde zur Todesfalle! Bei einem russischen Angriff auf eine Schule, in der Hilfsgüter an die Bevölkerung verteilt wurden, sind im Süden der Ukraine mindestens 26 Menschen getötet worden. Auch eine benachbarte Notunterkunft wurde getroffen. Am Montagabend suchten Rettungskräfte in den Trümmern weiter nach Überlebenden. 27 Menschen galten noch als vermisst, fünf weitere wurden verletzt, teilte der regionale Militärverwalter Mychajlo Semikin auf Telegram mit.
Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bei der Plattform X mitteilte, schlugen zehn gelenkte Bomben in dem Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja ein, eine davon direkt in einem Luftschutzbunker. „Russland konnte nicht entgangen sein, dass die in Komyschuwacha verbliebenen Einwohner jede Woche eben dort humanitäre Hilfe erhalten“, schrieb Selenskyj.
„Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass Russland keine Deeskalation will.“ In seiner abendlichen Videoansprache sprach er von einem „hinterhältigen Terroranschlag“. Auch aus anderen Teilen der Ukraine meldeten die Behörden mehrere russische Drohnenangriffe mit mindestens 17 Verletzten.
Erst am Montag war eine örtlich begrenzte Waffenruhe in der benachbarten Region Cherson ausgelaufen. Selenskyj weiter: „Es gab einen Moment, in dem die nächsten Schritte hätten zeigen können, dass Fortschritte auf dem Weg zum Frieden möglich sind.“ Allerdings sende Kreml-Herrscher Wladimir Putin (74) genau das gegenteilige Signal: „Russland setzt auf weitere Tötungen.“ Selenskyj forderte eine weltweite „starke und harte“ Reaktion.
Mitte Oktober waren bei einem Angriff auf die Großstadt Saporischschja 23 Menschen getötet worden, darunter vier Minderjährige.