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Nach CSD-Terror: Experte sieht Auftakt zu neuer Anschlagsserie

Nach CSD-Terror: Experte sieht Auftakt zu neuer Anschlagsserie
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Berlin/Wien – Er ist einer der Top-Experten für Terrorismus in Europa – und er warnt eindringlich: „Der Terrorakt vom CSD in Berlin dürfte der Auftakt einer neuen islamistischen Terrorserie in Westeuropa sein“, sagt Nicolas Stockhammer von der Donau-Uni in Krems. Seine Botschaft an die Behörden: „Es deutet auf ein mögliches Behördenversagen hin, wenn ein bekannter, verurteilter Islamist im Umfeld eines solchen Events nicht unter Kontrolle ist. Der CSD ist bekanntermaßen eines der Hauptziele für radikale Islamisten.“

Stockhammer, der auch mit deutschen Behörden in Verbindung steht, sieht bei der Terrorfahrt im Tiergarten ein bekanntes Muster: „Der mutmaßliche Attentäter, ein IS-Sympathisant, war behördenbekannt, hatte eine einschlägige Haftstrafe, wurde auf Bewährung ausgesetzt und er war Teil eines Deradikalisierungsprogramms. Die Überwachung des Tatverdächtigen dürfte zumindest zuletzt lückenhaft gewesen sein.“ Stockhammer: „Es stellt sich ganz klar die Frage nach ausreichender Überwachung und rechtzeitigem Eingreifen der Sicherheitsbehörden.“

Für Stockhammer sei klar, was in Deutschland daraus folgen muss: „Die Zügel müssten straffer gezogen werden. Es braucht die konsequenteren, konventionelle Mittel der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung in Fällen wie dem des mutmaßlichen Berliner Attentäters.“

Terror-Experte sieht auch Iran-Bezug

Stockhammer zählt auf: „Der CSD war aus Sicht des Islamisten ein ideales, weiches Ziel. Der Modus Operandi Amokfahrt entspricht dem gängigen Tat-Schema mit minimaler Logistik.“ Und er sieht einen Iran-Bezug! Normalerweise würden sich der IS, zu dem sich der Berliner Täter bekannt hatte, und der Iran ablehnend gegenüberstehen. Doch, so Stockhammer, der Krieg zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits habe vieles verändert.

Gerade, weil Israel im Zuge dieses Konfliktes Ziele im Libanon angreift, fühlten sich „alle möglichen radikalisierten Islamisten in Europa motiviert“. Zudem hat der mutmaßliche Attentäter Abdul Ballout (†21) libanesische Wurzeln. Stockhammer: „Zusammen mit dem anhaltenden IS-Komplex ergibt der immer häufiger zu attestierende Iran-Bezug bei europäischem Terror eine neue Bedrohungsmatrix. Europa bleibt im Zangengriff des islamistischen Terrorismus.“

Hass auf Israel verbindet Extremisten

Der gemeinsame Hass gegen Israel verbinde am Ende beide Seiten in Westeuropa miteinander: den Iran und die Islamisten. Bisher, so Stockhammer weiter, hätten sich Anschläge vor allem auf israelische, jüdische und US-amerikanische Ziele konzentriert. Diese seien nun besser geschützt. Bei Experten sei bekannt, dass daher andere Ziele ins Visier der Extremisten gerückt seien, so Stockhammer. Daher stelle sich die Frage nach ausreichender Überwachung und rechtzeitigem Eingreifen der Sicherheitsbehörden.

Bei dem Angriff am Samstagabend mit einem Auto sowie anschließend mit einer Stichwaffe, mutmaßlich eine Machete, wurde laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) eine Frau getötet, 29 Menschen wurden verletzt. Alle Verletzten sind außer Lebensgefahr.

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