Ceuta (Spanien) – Hat Spaniens Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) die Öffentlichkeit über die Lage in Ceuta belogen? Nach Angaben des Innenministeriums sei „fast die Gesamtheit“ aller illegalen Migranten nach Marokko zurückgekehrt. Aktuelle Aufnahmen aus der spanischen Exklave lassen daran aber erhebliche Zweifel wachsen. Hunderte Migranten rennen durch die Straßen, rufen dabei „Allahu Akbar“ (deutsch: „Allah ist größer“). Es ist eine muslimische Lobpreisung Gottes, wird aber auch von vielen islamistischen Terroristen gerufen, bevor sie zur Tat schreiten.
Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas bestätigt, dass von einer Normalität auf den Straßen keine Rede sein könne. Er beziffert die Zahl der noch in Ceuta gebliebenen illegalen Migranten „auf Tausende“. Auch der staatliche Fernsehsender RTVE sowie ein Mitarbeiter des städtischen Aufnahmezentrums bestätigen gegenüber Reuters, dass sich weiterhin Tausende der Rückkehr widersetzten. Laut „RTVE“ handelt es sich vor allem um Migranten aus West- und Ostafrika.
Illegale Migranten wollen nach Europa
Einige der illegalen Migranten versuchen derweil offenbar, auf europäisches Festland zu gelangen. In den letzten Tagen wurden entlang der Straße von Gibraltar immer wieder Migranten auf dem Seeweg aufgegriffen. Wie der Sender „GBC News“ berichtete, stoppte die Polizei zuletzt 17 Migranten auf Booten auf dem Weg zum spanischen Festland. Videoaufnahmen zeigen allerdings auch erfolgreiche Anlandungen an der spanischen Küste.
Ceuta reagiert derweil mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen an der Küste. Am Grenzdamm von Tarajal werden neue Schwimmbojen installiert, die gemeinsam mit einer bereits errichteten 500 Meter langen Barriere weitere Übertritte über das Meer verhindern sollen.
Ceuta hat keinen Platz mehr in der Leichenhalle
Die tödliche Bilanz der Krise steigt unterdessen weiter. Mindestens 88 Menschen kamen nach offiziellen Angaben ums Leben, die meisten von ihnen ertranken beim Versuch, von Marokko aus schwimmend nach Ceuta zu gelangen. Viele von ihnen sind Kinder, heißt es aus Behördenkreisen. Nach Informationen der spanischen Zeitung „El País“ sollen sich noch Leichen im Wasser befinden. Schon jetzt schlägt die Regionalregierung Alarm: Die Totenhalle der Hafenstadt sei voll.