Berlin – Es ist ein Bahn-Wunder: Die Züge fahren unpünktlich, überall auf den Strecken wird gebaut und die Bahnreisenden sind chronisch genervt. Trotzdem schreibt der Staatskonzern nach BILD-Informationen zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder schwarze Zahlen – und verzeichnet auch noch einen Fahrgastrekord.
Bahnchefin Evelyn Palla (52) legt am heutigen Donnerstag die Halbjahreszahlen vor. Es könnte ein Antrittsgeschenk für den neuen Verkehrsminister Steffen Bilger (47, CDU) werden. Denn nach BILD-Informationen aus Regierungskreisen hat die Bahn das Kerngeschäft im ersten Halbjahr 2026 mit einem Plus im dreistelligen Millionenbereich abgeschlossen. Der Hauptgrund: Bahnfahren wird wegen der hohen Spritpreise immer beliebter. 960 Millionen Reisende fuhren im ersten Halbjahr 2026 mit den Zügen der DB. Das sind 17 Millionen mehr als im Vorjahr. So viele wie noch nie seit der Corona-Pandemie.
Pendler lassen ihr Auto stehen
Vor allem Pendler im Nahverkehr wechselten laut Einschätzung der Bahn vom Auto zum Zug. Während Benzin in den vergangenen Monaten immer teurer wurde, sind die Preise bei der Bahn stabil geblieben. Auch im Fernverkehr schnellen seit April die Ticketverkäufe nach oben. Besonders gefragt sind die neuen Spar-Angebote:
• 600.000 Fahrgäste nutzten das Last-Minute-Ticket.
• 200.000 Reisende waren mit dem Familienticket unterwegs in den Urlaub.
• 50.000 Mal wurde die kostenlose Jugend-BahnCard 25 bestellt.
Bald kein Alkoholkonsum mehr an Bahnhöfen
Eine weitere Maßnahme könnte der Bahn künftig noch mehr Fahrgäste bescheren: das geplante Alkoholverbot an Bahnhöfen. Um Fahrgäste und das eigene Personal effektiv vor Übergriffen zu schützen, wird der Staatskonzern den Alkoholkonsum an sämtlichen Bahnhöfen in Deutschland verbieten. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA für BILD befürworten 71 Prozent das Verbot. Nur 11 Prozent sind dagegen. Die neue Regelung betrifft alle 5400 Stationen und wird bis zum 15. Oktober 2026 flächendeckend umgesetzt.