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Berlin – Seit Oktober 2025 ist Evelyn Palla Chefin der Deutschen Bahn. Seitdem hat die 52-Jährige kein Blatt vor den Mund genommen. So liest sich auch das Interview, das die Südtirolerin der WELT am SONNTAG (gehört wie BILD zur Axel Springer SE) gegeben hat. Da gibt’s mächtig Kasalla* von Bahn-Chefin Palla! BILD dokumentiert die wichtigsten Aussagen.
- Das Wegduck-System! Palla beklagt eine „organisierte Verantwortungslosigkeit“ im mit zig Milliarden an Steuergeld unterstützten Staatskonzern. Diese müsse schleunigst der Vergangenheit angehören. Denn: Pünktlichkeit beginne mit Klarheit und Transparenz an der richtigen Stelle.
- Der Wischiwaschi-Rüffel! Konsequenzen für Mitarbeiter, die ihre Ziele verfehlt haben? Früher offenbar kein Thema bei der Bahn. „Man musste nur gut genug erklären, warum die Ziele nicht erreicht werden konnten. Damit kam man oft jahrelang durch.“ Palla weiter über die Wischiwaschi-Taktik: „Wir hatten bei der Bahn noch nie ein Erkenntnisproblem, aber viel zu lange ein Umsetzungsproblem. Das hat nachweislich nicht zum Erfolg geführt.“
- Die Leistungs-Wende! Generell sieht sie „die Leistungskultur der Vergangenheit für die Performance der Bahn nicht als ausreichend“ an. Das wolle sie ändern, unter anderem mit dem neuen Führungsprinzip mit deutlich mehr dezentraler Verantwortung, das sie ausgerufen habe.
- Das Helden-Lob! Palla betonte, dass sich ihre Abrechnung „explizit nicht“ an die Zugbegleiter, Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisarbeiter und Disponenten richtet. „Alle, die jeden Tag mit einer unbefriedigenden Situation kämpfen und viel improvisieren müssen, das sind meine Helden, die die Eisenbahn täglich am Laufen halten.“
- Der Pünktlichkeits-Dämpfer! Auch das leidige Thema Pünktlichkeit der chronischen Zu-spät-Kommer wurde angeschnitten. Palla ehrlich: „Die Pünktlichkeit bleibt in diesem Jahr weiter schwierig, weil es im Netz einfach noch zu viele Störungen und zudem zu viele Baustellen gibt. Wer hier etwas anderes verspricht, macht den Menschen etwas vor.“ Im Jahr 2035 wolle man „das Gröbste hinter uns haben“, so die DB-Chefin zur WELT.
*Kasalla sagt man in Köln und im Ruhrgebiet, wenn man Ärger oder Krawall meint. Fußball-Legende Thorsten Legat (57, u.a. Eintracht Frankfurt) machte den Begriff überregional bekannt, als er 2016 im Dschungelcamp anderen Teilnehmern Kasalla androhte.