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EU-Verhandler für Putin: Meloni fordert „eine Stimme“ Europas

EU-Verhandler für Putin: Meloni fordert „eine Stimme“ Europas
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Brüssel – Da ist einer maximal der Kragen geplatzt: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) hat per Wut-Brief an EU-Ratspräsident António Costa (65) klargemacht, dass Europa sich selbst schwäche, wenn es sich nicht endlich auf einen Verhandlungsführer einigt, der mit Putin über die Zukunft der Ukraine spricht.

Europa müsse „mit einer einzigen, maßgeblichen Stimme sprechen“, schreibt Meloni und fordert „eine endgültige Entscheidung darüber, wer die Europäische Union am Verhandlungstisch vertreten soll und mit welchem ​​Mandat“. Andernfalls „riskieren wir, Europa im Verhandlungsprozess zur Bedeutungslosigkeit zu verdammen.“

Costa reagierte prompt, versicherte Meloni, das Thema beim nächsten Treffen der Staats- und Regierungschefs am 14. November in Dublin auf die Tagesordnung zu setzen. Wer könnte die Persönlichkeit sein, die dieser enormen Verantwortung gewachsen ist? Der BILD-Check.

Der Favorit

Portugals Ex-Premier lässt keinen Zweifel daran, dass er sich zutraut, das Verhandlungsmandat selbst zu übernehmen. Er gilt als erfahrener Diplomat, der innerhalb der EU-Grenzen kaum polarisiert. Gegen ihn spricht, dass er zuletzt wegen eines schlecht vorbereiteten Gipfels in die Kritik geriet. Und manche sehen die ständig durch Umarmungen demonstrierte Nähe zu Ukraine-Präsident Selenskyj skeptisch: Costa könnte in Moskau als verlängerter Arm Kiews wahrgenommen werden.

Zwei Geheimfavoriten

Weder Putin noch Trump sehen das Recht, für Europa zu sprechen, automatisch bei der EU, am allerwenigsten bei Kaja Kallas (49), die auf dem Papier Chef-Diplomatin der EU ist. Dagegen gilt der finnische Staatspräsident Alexander Stubb (58) als bestvernetzt: Stubb hat nicht nur Selenskyjs Telefonnummer. Er hat Zugang zu Trump, mit dem er Golf spielt. Und: Er telefonierte zusammen mit seinem norwegischen Amtskollegen Störe (66) vor Kurzem 90 Minuten mit Putin. Problem: Diejenigen, die davon aus der Presse erfuhren, reagierten stocksauer, und warfen Stubb einen Alleingang vor.

Wird der Ruf nach einem politischen Schwergewicht laut, fällt auch immer wieder sein Name: Mario Draghi (79), Ex-EZB-Chef, Ex-Ministerpräsident in Italien. Seit der Gründung der wirtschaftspolitischen Initiative „Rhine Group“ diesen Sommer ist er auch wieder Akteur auf der Bühne Brüssels.

Die Außenseiter

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (68) hat große Stärken, die ihr allen Unkenrufen zum Trotz zu einer zweiten Amtszeit verhalfen. Doch spätestens bei den Verhandlungen zum Zoll-Kompromiss mit US-Präsident Donald Trump (80) zeigte sich: Knüppelharter Polit-Poker mit den Mächtigsten der Welt ist ihre Sache nicht. Vorgänger Jean-Claude Juncker (71) war da aus anderem Holz, traf und stritt sich mit Putin regelmäßig.

Frankreich ist seit dem Brexit die einzige Atommacht in der EU. Der französische Präsident wäre zu Beginn des russischen Angriffskriegs ein natürlicher Verhandlungsführer gewesen. Doch Emmanuel Macron (48) ließ die Chance verstreichen. Jetzt ist er in der Schlussphase seiner Amtszeit – und hat nicht einmal mehr im eigenen Land den nötigen Rückhalt.

Manche in Brüssel sehen in Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) den stärksten Verhandlungsführer für ein Ende des Krieges, zumal er an wirtschaftlichen Hebeln sitzt. Zu Trump pflegt der Kanzler einen offenen Umgang. Er steht für einen klaren Ukraine-Kurs und wäre für Deutschland-Kenner Putin, wie einst Angela Merkel (72) bei den Minsk-Gesprächen, ein natürlicher Gesprächspartner.

Nachteil: Merz gilt manchen als impulsiv, für diplomatische Schlachten dieser Kategorie fehlt ihm zudem jede Erfahrung.

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