Rottach-Egern – Die Abteilung Attacke ist zurück aus der Sommerpause! Bayern-Patron Uli Hoeneß (74) sprach am Rande des Freundschaftsspiels gegen den FC Rottach-Egern (15:0) mal wieder Klartext – über Fifa-Präsident Gianni Infantino (56), dessen WM-Verkaufspläne, über Max Eberl (52) und die Vertragsverlängerung des Sportvorstands, über die Verhandlungen mit Harry Kane (33) und über Wechsel-Gerüchte um Michael Olise (24) und Luis Díaz (29). Sechs Hoeneß-Knaller in seiner Wahlheimat am Tegernsee!
1. Hoeneß gegen Infantino
Als der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters auf Infantino und die Pläne, Teil der Weltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen, angesprochen wurde, stockte Hoeneß erst und sagte: „Ich habe eine spezielle, sehr starke Meinung! Aber mir ist es zu früh, diese bekannt zu geben.“ Auf Nachfrage, ob sie contra Infantino sei, sagte der „Mister FC Bayern“: „Auf jeden Fall.“
2. Hoeneß: „Wenn er Fidschi gegen Kap Verde will ...“
Dann holte Hoeneß zum angekündigten WM-Boykott der Uefa-Verbände, falls es zum WM-Verkauf käme, aus: „Ich persönlich glaube, dass die Europäer hier noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind. Denn einen Wettbewerb ohne Europäer kann man in die Tonne treten! Wenn die Europäer wirklich einig sind und wenn sie konsequent daran arbeiten, wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen. Wenn er Fidschi-Inseln gegen Kap Verde bei der WM haben will, dann kann er es haben.“ Rumms!
3. Hoeneß-Entschuldigung bei Eberl
Dann folgte Hoeneß-Klartext zum Thema Eberl – vor allem schonungslose Selbstkritik! Der Klub-Patron: „Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich mich unheimlich über mich selbst geärgert habe, dass ich so naiv war, dass dieses Interview, das am Freitagabend in Berlin stattgefunden hat, dass ich da der Meinung war, das kommt die Woche drauf am Freitag, weil der SPIEGEL ja normalerweise eine Woche Vorlauf hat. Aber offensichtlich haben ihnen meine Aussagen dann schon so gut gefallen, dass sie diese am Samstagmorgen schon in die Öffentlichkeit gebracht haben. Und damit war Max vor dem Pokalendspiel nicht gut behandelt von mir. Und ich habe mich auch bei ihm dafür entschuldigt.“
Hintergrund: Hoeneß hatte in einem SPIEGEL-Podcast, der am Tag des DFB-Pokalfinals gegen Stuttgart (3:0) veröffentlicht wurde, über Eberl gesagt, dass dessen Chancen auf eine Vertragsverlängerung „60 zu 40“ stehen würden. Und er fügte aber gleichzeitig auf die Frage, ob es Zweifel an Eberl (Vertrag bis 2027) und seiner Arbeit gebe, hinzu: „Ja!“ Eberl sagte nach dem Pokalsieg dazu: „Das Fell ist dick geworden, aber an einem Finaltag fand ich es jetzt nicht den richtigen Zeitpunkt. Ob man Prozente in der Öffentlichkeit sagen muss, das weiß ich nicht.“
Auch jetzt äußerte der Ehrenpräsident am Tegernsee wieder Prozente. Wie hoch stehen die Chancen auf eine Vertragsverlängerung des Sportvorstands (seit März 2024 im Amt) beim FC Bayern? Hoeneß: „Im Moment glaube ich: 100 Prozent!“ Damit sieht alles danach aus, dass Eberl spätestens bis zur Jahreshauptversammlung (Wochenende 20. bis 22. November) einen neuen Vertrag bekommt.
4. Olise und der Kaiser von China
Der nächste Knaller kam gleich – zu Olise (Vertrag bis 2029) und den Wechsel-Gerüchten um Real Madrid! Hoeneß: „Da gibt es gar keine Befürchtungen! Ich habe mich totgelacht. Ich habe nachgeschaut, wie lange der Vertrag hat: noch drei Jahre. Das ist für mich überhaupt kein Thema. Da könnte jetzt der Kaiser von China kommen und wir werden nicht mit dem reden.“
5. Hoeneß geht von Kane-Verlängerung aus
Und was ist mit Kane? Der Vertrag des 61-Tore-Stürmers läuft am Ende der Saison aus. Hoeneß: „Ich habe jetzt mit Harry in diesem Zuge nicht direkt gesprochen, aber ich höre, dass er sich super wohlfühlt in München. Wir fühlen uns auch mit ihm super wohl und es gibt eigentlich keinen Grund, dass er im nächsten Jahr weggehen sollte. Also kann ich ihn zumindest nicht erkennen. Er ist ein Spieler, der in jeder Hinsicht ein Vorbild ist. Nicht nur als Torjäger, als Spieler auf dem Platz, sondern auch als Persönlichkeit.“
6. Díaz verkaufen? Hoeneß: „Warum sollten wir?“
Dann erteilte Hoeneß neben Kane und Olise auch noch ein Wechselverbot für Luis Díaz (29), der mit Kane und Olise in der vergangenen Saison zusammen 109 Tore erzielt hatte!
Der Ehrenpräsident polterte zu den Verkaufsgerüchten: „Warum sollten wir? Wir müssten doch bescheuert sein! Du gibst 60 oder 70 Millionen aus, kriegst dann vielleicht 120 und dann rennst du den anderen Spielern hinterher, von denen du nicht weißt, wie sie bei uns einschlagen. Wir sind doch in der glücklichen Lage, mit Díaz, Kane und Olise das beste Trio auf der Welt zu haben. Und der neue Spieler aus Marokko (50-Mio.-Neuzugang Ismael Saibari aus Eindhoven; Anm. d. Red.), der kommt da sicherlich auch noch dazu. Wir mussten ja mit dem Klingelbeutel geschlagen sein, wenn wir auch nur darüber nachdenken würden, einen von denen zu verkaufen.“