Hauptnachrichten

Hamburgs Hells-Angels-Boss in U-Haft: Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen Waffengesetz

Hamburgs Hells-Angels-Boss in U-Haft: Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen Waffengesetz
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Hamburg – Haftbefehl gegen Hamburgs Hells-Angels-Boss Dariusch „Dari“ F. (46). Dem Rocker im Rollstuhl wird nach BILD-Informationen unerlaubtes Führen einer Schusswaffe vorgeworfen. Auch ein weiteres Hells-Angels-Mitglied muss in Untersuchungshaft.

Die Beamten hatten Dariusch „Dari“ F. und weitere Männer observiert und offenbar bei einer Geldübergabe beobachtet. Freitagabend kontrollierten Fahnder einen Mercedes Maybach, einen Bentley und einen BMW X5. Auf der Rückbank eines der Autos soll der Rocker-Boss gesessen haben. Nach BILD-Informationen fanden die Polizisten zwei scharfe Schusswaffen und einen fünfstelligen Bargeld-Betrag. Jetzt erließ eine Richterin den Haftbefehl gegen „Dari“ F. und den weiteren an diesem Abend kontrollierten Rocker Benjamin M. (25) wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Hinter der Maßnahme der Fahnder steckt die Soko „Kinesis“. Die Polizei hat diese Sonderkommission gebildet, um gezielt gegen illegale Schusswaffen vorzugehen. Der Hintergrund: In Hamburg tobt ein Rotlichtkrieg. Seit dem Sommer fallen immer wieder Schüsse. Am 1. September wurden auf einem Gewerbehof auf St. Pauli zwei Männer erschossen, ein dritter wurde verletzt. Die Täter sind bis heute auf der Flucht. Auch wenn es bislang laut Polizei keinen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen den Festgenommenen und diesen Taten gibt, führten die Waffenfunde jetzt zur Untersuchungshaft für den Hells-Angels-Boss.

Vom Heimkind zum Hells Angel

Rocker-Boss Dariusch F. wuchs im Hamburger Stadtteil Niendorf auf und kam mit 14 Jahren ins berüchtigte Jugendheim Feuerbergstraße. Bei der Bundeswehr wurde er zum Scharfschützen ausgebildet und im Kosovo eingesetzt. Zurück in Hamburg trat er bei illegalen „Blutkämpfen“ an, ihnen soll er den Namen „Schlächter“ verdanken – wegen seines brutalen Stils.

Seit einem Anschlag auf ihn in der Nacht zum 27. August 2018 sitzt er im Rollstuhl. Damals war aus einem Auto auf ihn geschossen worden. Seitdem ist er querschnittsgelähmt. Hinter dem Anschlag steckte Arasch R., ein ehemaliges Mitglied der verfeindeten „Mongols“-Rocker. Er plante die Tat aus der Zelle heraus und wollte sich rächen: Zwei Jahre zuvor waren er und seine Freundin selbst angeschossen worden. R. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Vielleicht verpasst