Hauptnachrichten

Mordprozess in NRW: Ehemann erwürgt Krankenschwester und tarnt es als Einbruch

Mordprozess in NRW: Ehemann erwürgt Krankenschwester und tarnt es als Einbruch
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Hagen/Ennepetal – Sabine T. (55) war Krankenschwester – von Kollegen geschätzt, bei Patienten beliebt. Im Februar wurde sie tot im Schlafzimmer ihres Hauses gefunden. Was zunächst aussah wie ein tödlicher Einbruch, entpuppte sich schnell als ein Vertuschungsversuch: Thorsten T. (54) – ihr eigener Ehemann – hatte sie mit einem Handtuch erwürgt, dann ihr gemeinsames Haus verwüstet. Danach fuhr er zur Arbeit. Jetzt gestand er vor Gericht: „Ich habe Sabine getötet.“

Mann täuschte Einbruch vor, um Tat zu vertuschen

Seit Montag muss sich der Industriemechaniker wegen Mordes an Sabine T. (55) verantworten. Im Februar waren die Ermittler zunächst von einem Überfall in Ennepetal ausgegangen. Später stellte sich heraus: Die Spuren hatte der Ehemann selbst gelegt. T. hatte das Haus durchwühlt, die Kellertür manipuliert und das vermeintliche Diebesgut – eine Geldkassette und das Handy seiner Frau – versteckt.

Vor Gericht lässt Thorsten T. über seinen Verteidiger Philippos Botsaris eine Erklärung verlesen. Darin beschreibt er die Ehe als ständige On-off-Beziehung. Er behauptet: Als er sich endgültig habe trennen wollen, soll seine Frau gedroht haben, seiner neuen Freundin und deren Kindern etwas anzutun. Das sei sein Motiv gewesen, als er ins Schlafzimmer stürmte und seine Frau mit einem Handtuch tötete.

Anklage: Frau wurde heimtückisch im Schlaf getötet

Die Version der Staatsanwältin Pia Romanski klingt hingegen ganz anders. Laut Anklage habe die Krankenschwester um 4 Uhr morgens vollkommen ahnungslos im Bett gelegen. Romanski wirft Thorsten T. Mord aus Heimtücke vor. Nach Überzeugung der Anklage nutzte er die Arg- und Wehrlosigkeit seiner schlafenden Ehefrau aus und erstickte sie.

Zum Schluss seiner Erklärung sagte Thorsten T.: „Ich übernehme die volle Verantwortung für das, was geschehen ist.“

Der Prozess wird fortgesetzt.

Vielleicht verpasst