Tarawa (Kiribati) – Daran hat keiner mehr geglaubt. Fünf Schiffbrüchige, darunter zwei Kinder, sind nach drei Monaten auf dem offenen Meer lebend gefunden worden! Rund 5400 Kilometer soll ihr Boot abgetrieben sein, bis es die abgelegene Insel Fanning in Kiribati erreichte.
Am 30. Juli brach das Schiff von der Inselgemeinde Murilo in Mikronesien zur kleinen Koralleninsel Ruo auf – damals waren noch neun Menschen an Bord. Doch die kurze Fahrt im Pazifik nahm eine dramatische Wendung: Das Boot geriet in einen Sturm und verschwand spurlos, wie der Sender ABC berichtet.
Suche nach 10 Tagen eingestellt
Nach einem völkerrechtlichen Abkommen sind in der Region US‑Streitkräfte im Einsatz. Die amerikanische Küstenwache, Marine und Luftwaffe suchten nach den Vermissten. Ohne Erfolg. Am 9. August – nach zehn Tagen – wurde die Suche eingestellt.
Am Sonntag dann die überraschende Rettung: Dorfbewohner auf der 5400 Kilometer entfernten Insel Fanning entdeckten das treibende Boot. An Bord waren aber nur noch fünf Menschen. Ein örtlicher Pastor nahm die Geretteten anschließend auf und kümmerte sich um sie.
„Die Gruppe wurde medizinisch untersucht“, sagte Kaotitaake Kokoria in einer Stellungnahme. Der Abgeordnete im kiribatischen Parlament kündigte an, dass die Überlebenden bald nach Hause zurückkehren sollen.
Die Schiffbrüchigen äußerten sich noch nicht. Sie baten auch um die Wahrung ihrer Privatsphäre. Angehörige berichteten dem australischen Sender ABC, dass sie bereits mit den Geretteten in Kontakt stünden.
Vier Menschen werden noch vermisst
Gouverneur Alexander Narruhn sagte am Sonntagabend: „Neun Personen befanden sich an Bord des vermissten Bootes. Ich danke Gott für seine Liebe und Barmherzigkeit, dass fünf von ihnen gefunden wurden.“ Was mit den anderen vier Personen geschehen ist, ist bislang unklar.