Herzogenaurach – Beim Autozulieferer Schaeffler geht der Rotstift um! Der Konzern streicht weltweit 3460 Stellen und schließt vier Standorte in Deutschland. 2660 Jobs in Deutschland gehen verloren. Schaeffler stellt unter anderem Kugellager und Motorsysteme für die Automobilbranche her.
Schaeffler begründet den Schritt laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ mit der Flaute im Autogeschäft. Doch nicht nur die schwache Nachfrage macht dem Konzern zu schaffen: In Deutschland seien die Personalkosten besonders hoch, gleichzeitig sei die Organisation zu kompliziert, mit zu vielen Führungsebenen und zu kleinen Verantwortungsbereichen. Der harte Sparkurs hat allerdings seinen Preis: Allein der Umbau kostet Schaeffler rund 480 Millionen Euro. Mit den Einschnitten will Schaeffler ab 2030 jährlich rund 300 Millionen Euro sparen.
Hinter dem Sparkurs steckt die anhaltende Krise der europäischen Autoindustrie. Auch VW hatte zuletzt Fabrik-Schließungen angekündigt. Chinesische Konkurrenten setzen die Branche unter Druck und nehmen auch den deutschen Autoherstellern immer mehr Marktanteile ab. Außerdem läuft der Umstieg auf Elektroautos langsamer als erwartet. Für Schaeffler ist das besonders bitter: Während das Geschäft mit Teilen für Verbrenner zurückgeht, fahren die Elektro-Programme nicht schnell genug hoch. Die Folge sind zu große Produktions- und Entwicklungskapazitäten.
Schaeffler will mehr auf Roboter und Rüstung setzen
Brisant: Erst vor wenigen Wochen hatte Schaeffler mitgeteilt, ein früheres Sparprogramm schneller als geplant abgeschlossen zu haben. Dieses war im November 2024 angekündigt worden und sah bereits den Abbau von 4700 Stellen in Europa sowie jährliche Einsparungen von rund 290 Millionen Euro bis 2029 vor.
Gleichzeitig sucht Schaeffler nach neuen Geschäften abseits der schwächelnden Autoindustrie. Der Konzern setzt dabei unter anderem auf Bauteile für humanoide Roboter und die Rüstungsindustrie.