Washington (USA) – 20 Millionen Dollar (rund 18 Millionen Euro) für Atom-Geheimnisse! Die USA locken mögliche Verräter aus Irans Nuklearprogramm mit einer fetten Belohnung. Hinweisgebern stellt Washington zudem eine mögliche Umsiedlung in Aussicht. Die Aktion läuft über das Programm Rewards for Justice („Belohnungen für Gerechtigkeit“) des US-Außenministeriums.
Was die USA genau interessiert, steht auf der Website des Programms: Informationen über „Anlagen, Ausrüstung und beteiligtes Personal“, darunter ausdrücklich auch Wissenschaftler. Gefragt sind zudem Hinweise darauf, ob und wohin Anlagen, Ausrüstung oder Personal verlagert wurden. Wie Fox News berichtet, sollen sich Hinweisgeber über den verschlüsselten Messenger-Dienst Signal oder über einen anonymen Online-Kanal melden. Welche Hinweise mit der Höchstsumme von 20 Millionen Dollar belohnt werden, lässt das Außenministerium offen. Konkrete Kriterien dafür finden sich in der Ausschreibung nicht.
USA räumen Wissenslücken ein
Die USA begründen die ungewöhnliche Fahndung mit Wissenslücken über das Atomprogramm. Nach Darstellung des US-Außenministeriums hat das Mullah-Regime seine Verpflichtungen gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde nicht eingehalten. Die Kontrolleure wissen deshalb nicht mehr zuverlässig, wie viele Zentrifugen und andere wichtige Komponenten produziert wurden und noch vorhanden sind. Das passt allerdings nicht ganz zu den bisherigen Aussagen von US-Präsident Donald Trump (80). Nach den US-Angriffen hatte er immer wieder erklärt, Irans Atomprogramm sei praktisch „ausgelöscht“ worden. Nun bietet seine Regierung Millionen für Informationen darüber, was davon noch existiert und wohin Teile möglicherweise verlagert wurden.
Der Grund für das ungewöhnliche Angebot: die Sorge vor einer iranischen Atombombe. Nach Angaben von Rewards for Justice hat Iran Uran bereits auf 60 Prozent angereichert. Für eine Atomwaffe müsste es auf etwa 90 Prozent angereichert werden. Die vorhandene Menge könnte dann für mehrere Atomwaffen reichen.