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Zwei Brauereien insolvent: Biermarken vor dem Aus

Zwei Brauereien insolvent: Biermarken vor dem Aus
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Westheim (Nordrhein-Westfalen) – Und wieder hat es zwei sehr alte Unternehmen aus der Brauereibranche erwischt. Die Deutschen trinken immer weniger Bier, gleichzeitig steigen die Kosten für die Produktion unaufhörlich an. Nun hat die Krise auch die Gräflich zu Stolberg'sche Brauerei Westheim und die Brauerei Allersheim bei Holzminden erreicht.

Das Amtsgericht Bielefeld hat für die 164 Jahre alte Familienbrauerei Gräflich zu Stolberg'sche Brauerei Westheim sowie für die noch ältere Brauerei Allersheim (gegründet 1854) eine Insolvenz in Eigenverwaltung angeordnet. Für Biertrinker, Gaststätten und Handel gibt es aber zunächst Entwarnung: Produktion, Abfüllung und Auslieferung laufen weiter.

So viele Mitarbeiter sind betroffen

Die 1862 gegründete Westheimer Brauerei aus NRW wird bis heute als Familienunternehmen geführt. Mit 60 Mitarbeitern zählt sie zu den wichtigen Arbeitgebern der Region. Bekannt ist sie u. a. für die Marken Westheimer, Arolser, Allersheimer, Caluna, limoNAHde und Nah2O. Dagegen betrifft die Insolvenz der 172 Jahre alten Brauerei Allersheim nur acht Jobs.

Beide Brauereien hatten Anfang 2024 durch einen Zusammenschluss ihre Kräfte gebündelt. Seitdem wird am Traditionsstandort Allersheim nicht mehr gebraut, das Allersheimer wird stattdessen ebenfalls in Westheim abgefüllt.

Das sind die Gründe für die Insolvenzen

Die Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten sind typisch für die Branche. Seit Jahren sinkt der Konsum von Bier. Gleichzeitig kämpfen Brauereien mit immer höheren Kosten für Energie, Rohstoffe, Verpackungen, Logistik und Personal. Trotz eigener Sparmaßnahmen habe sich die wirtschaftliche Lage immer weiter verschärft, erklärt das Unternehmen.

Wie es für die Brauereien weitergeht

Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt. Statt eines Insolvenzverwalters überwacht ein gerichtlich bestellter Sachwalter den Sanierungsprozess. Ziel ist es, die Unternehmen zu stabilisieren. Der geschäftsführende Gesellschafter Moritz von Twickel (46) von der Gräflich zu Stolberg'schen sagt zu BILD: „Als Familienunternehmen denken wir nicht in Quartalen, sondern in Generationen.“

Die Eigenverwaltung sei „kein Ende, sondern der Beginn einer konsequenten Neuaufstellung“. Konkret geht es um vier Ziele: die Wettbewerbsfähigkeit stärken, in moderne Produktionsabläufe investieren, das Produktangebot ausbauen und die Firmen finanziell besser aufstellen.

Preisgekrönter Traditionsbetrieb

Noch vor wenigen Monaten hatte die Traditionsbrauerei Gräflich zu Stolberg'sche Grund zum Feiern: Im Mai wurde sie von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bereits zum 27. Mal mit dem „Preis für langjährige Produktqualität“ ausgezeichnet. Jetzt steht für die beiden Brauereien jedoch zunächst der Kampf ums Überleben im Mittelpunkt.

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