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Angst vor Krawallen und Plünderungen: Deutschland verbarrikadiert sich

Angst vor Krawallen und Plünderungen: Deutschland verbarrikadiert sich
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Eskalieren die GenZ-Proteste an diesem Wochenende in Deutschland? Um sich auf mögliche Krawalle und Ausschreitungen vorzubereiten, wurden bereits in zahlreichen deutschen Städten Geschäfte und Stores verbarrikadiert und zugenagelt. Andere Läden, Edel-Boutiquen oder Juweliere kündigten an, am Samstag gar nicht zu öffnen – zu groß ist die Angst vor Gewalt und Plünderungen wie in Frankreich. Versicherungen und Handel mahnen zur Ruhe.

Schutzmaßnahmen werden hochgefahren

▶ Im Blickpunkt in Hamburg: Die Geschäfte an der Luxus-Einkaufsstraße am Neuen Wall und an der Binnen-Alster. Hier verbarrikadierten viele Betreiber aus Sorge vor möglichen Ausschreitungen ihre Luxusgeschäfte. Mit massiven Holzgestellen und Sperrholzplatten wurden hier unter anderem die Geschäfte von Yves Saint Laurent und Boss sowie die Geschäfte der Luxusuhrenmarken Patek Philippe und Breitling abgesichert. Auf Fotos waren ganze Paletten von Sperrholz und Dachlatten, die für die Absicherung angeliefert wurden, zu sehen.

▶ In Berlin wurden auf der Flaniermeile Kurfürstendamm die Schutzmaßnahmen hochgefahren. Hier verriegelten und versperrten unter anderem die Luxus-Boutique Chopard und der Juwelier Tiffany & Co. mit OSB-Holzplatten ihre Geschäftsräume. Andere Geschäfte sicherten ihre Schaufenster mit eigenen Außenjalousien.

▶ In Stuttgart will der zugenagelte Sephora-Laden seine Kunden lediglich bis 15 Uhr bedienen. Insgesamt haben sich in der noblen Stiftsstraße bis Donnerstagvormittag schon sechs Geschäfte entschlossen, am Samstag gar nicht zu öffnen. In Nürnberg bleibt der Juwelier Bucherer „aufgrund besonderer Sicherheitsvorkehrungen (...) am Samstag, 31. Oktober 2026 ganztägig geschlossen“, hieß es auf einem entsprechenden Aushang im Schaufenster.

▶ In der Finanzmetropole Frankfurt bereiteten sich einige Geschäftstreibende auf der bekannten Einkaufsmeile Zeil auf mögliche Plünderungen vor. Auch hier wurden viele Schaufenster von Geschäften zugenagelt. Ein Security-Mitarbeiter des Schuh-Geschäftes Snipes auf der Zeil: „Wir haben extra für morgen sechs Security-Kräfte bereitgestellt.“

Chatgruppen rufen zu Plünderungen auf

▶ In Köln sicherten sich unter anderem die Mode-Ketten Hunkemöller und Uniqlo ihre Geschäfte vor Beschädigungen und Plünderungen ab. Aber auch bei Starbucks sowie beim Uhren- und Schmuck-Anbieter Fossil und Christ sowie bei Bulgari und beim Juwelier Wempe vernagelten zahlreiche Handwerker die Schaufenster. In Chatgruppen und Aufrufen zu den GenZ-Protesten wird auch zu Plünderungen von Geschäften aufgerufen. Dabei werden auf TikTok auch die Nobelmeile Kö in Düsseldorf und die Fußgängerzone in Köln genannt.

Bislang hat die Polizei jedoch keine konkreten Hinweise darauf, nimmt diese Drohungen aber sehr ernst. Zudem kursieren im Internet bereits Wunschlisten für die Plünderungen, aufgeschlüsselt nach Marken. Düsseldorfs Polizeisprecher Kim Freygang zu BILD: „Uns ist bewusst, dass die aktuellen Entwicklungen und die Bilder der Berichterstattung über die jüngsten Proteste im europäischen Ausland bei Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere auch bei Anwohnern und Gewerbetreibenden, Sorgen auslösen. Diese nehmen wir ernst.“

Polizei richtete Hotline ein

Viele der besorgten Geschäftsleute in NRW überlegen, ihre Läden am Samstag gar nicht erst zu öffnen. Andere melden sich bei der extra eingerichteten Hotline der Düsseldorfer Polizei und fragen, ob sie ihre Schaufenster sogar zunageln sollen. So wollen viele ihre Auslagen leer räumen und gerade auf der Königsallee mehr privates Sicherheitspersonal einsetzen.

Heiko Teggatz (54), Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft: „Wir wissen aufgrund der Lagebeurteilungen nicht konkret, wie viel Gewalt droht. Aber weil sich sehr viele verschiedene auch extreme Gruppen dem Protest anschließen wollen, ist klar zu befürchten, dass sich auch Gewalttäter bewusst darunter mischen. Gerade auch nach Einbruch der Dunkelheit und wegen der Halloween-Nacht. Wir vermuten deshalb auch, dieser Termin wurde extra ausgewählt, weil man so die Vermummung als angebliche Verkleidung tarnen kann.“

Handelsverband hofft auf friedliche Demos

Vertrauen in die Polizei und die zuständigen Behörden hat Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes HDE. Er gehe fest davon aus, dass sie „entsprechend gerüstet sind, falls es am Rande der Demonstrationen doch zu Eskalationen kommen sollte“. Außerdem könne und wolle Genth sich französische Verhältnisse auf unseren Straßen und in unseren Innenstädten nicht vorstellen. Deutschlands größter Versicherer für Gewerbetreibende, die Allianz, rechnet intern mit weitgehend friedlichen Demos.

Dennoch ist die Angst groß, dass die bundesweiten GenZ-Proteste gegen „kaputte Schulen“, steigende Lebenshaltungskosten und soziale Ungerechtigkeiten wie in Frankreich gewalttätig eskalieren könnten. In Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, München und Köln sind Proteste angekündigt. Für die GenZ-Demo in der Domstadt haben im Internet bereits über 13.000 Personen ihre Teilnahme angekündigt, das wäre die bundesweit größte Kundgebung. Tausende Polizisten werden im Einsatz sein.

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