Frankfurt – Randale-Nacht in Deutschland! Nach den Protesten am Samstag eskalierte die Lage in mehreren Städten. Besonders heftig traf es Frankfurt. Am Morgen danach: ein Bild der Verwüstung. Zertrümmerte Schaufenster, geplünderte Geschäfte, ausgebrannte Müllkübel, umgerissene Straßenschilder. Müll und Unrat lagen überall verstreut.
Am Samstagabend hatte sich die Lage massiv zugespitzt. Böller, Steine und Flaschen flogen – auch auf Polizeikräfte. Die setzten daraufhin Pfefferspray und Wasserwerfer ein. Später verlagerte sich die Gewalt in die Innenstadt, rund um die Zeil. Dort wurden Scheiben eingeschlagen, es gab Plünderungen, u. a. in einem Waffengeschäft. Barrikaden wurden in Brand gesetzt. Gegen 22 Uhr wurde die Zeil vollständig gesperrt.
Wie viele Menschen verletzt oder festgenommen wurden und wie hoch der Sachschaden ist, will die Polizei am Sonntag in einer Pressekonferenz um 13 Uhr mitteilen.
Ab 19 Uhr flogen Böller, Flaschen und Steine
Dabei begannen die Demonstrationen der „GenZ“-Bewegung friedlich. Anfangs zogen 2500 Menschen durch die Stadt, später wuchs der Zug auf rund 8000 Personen an. Am frühen Abend kippte die Stimmung.
Ab 19 Uhr eskalierte die Situation an der Konstablerwache: Gewaltbereite Chaoten warfen gezielt Böller, Flaschen und Steine auf Polizisten. Diese setzten Pfefferspray ein – so viel, dass unbeteiligte Passanten in Geschäfte flüchteten. Außerdem rückten Wasserwerfer und gepanzerte Polizeifahrzeuge an.
Doch das Aufgebot hielt den Mob nicht ab. Immer wieder brannten Mülltonnen, wurden Verkehrsschilder umgeworfen. Bis zum späten Abend verzeichnete die Polizei mehrere Dutzend Festnahmen. Mehrere Polizisten wurden verletzt, mindestens einer schwer.
Brutaler Höhepunkt gegen 22 Uhr: Auf der Zeil brachen Tumulte los. Die Polizei musste Frankfurts bekannteste Einkaufsmeile abriegeln. Immer wieder wurden Böller und sogar Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen.
Vermummte plündern Waffengeschäft
Randalierer schlugen mehrere Schaufensterscheiben ein. Auch ein Waffengeschäft wurde geplündert. Mit Steinen und Fäusten schlugen Vermummte gegen die Scheibe. Durch das entstandene Loch sollen laut Augenzeugen Gegenstände entwendet worden sein. Wenig später nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Zwei Waffen wurden sichergestellt.
Gegen Mitternacht ein weiterer Fahndungserfolg: Am Bahnhof Hanau wurden vier Minderjährige festgenommen. Die Jugendlichen sollen Diebesgut aus geplünderten Geschäften bei sich getragen haben.
Um die Situation zu beruhigen, rückte das SEK an. Gegen 1 Uhr nachts konnte die Polizei die Lage unter Kontrolle bringen.
Krawalle auch in Berlin, Hamburg und Köln
Nicht nur Frankfurt erlebte eine Nacht der Gewalt. In Berlin flogen Böller, Raketen und Flaschen auf Polizisten. Die Bilanz: 27 leicht verletzte Beamte und 56 Festnahmen. In Hamburg brannten Barrikaden, in Köln rückten Wasserwerfer an. Ruhig blieb es in München: Dort demonstrierten rund 5000 Menschen weitgehend friedlich.