Bremen – Was für ein Ausraster! Unter Woche die Pokal-Blamage bei Zweitligist Kiel (4:5 nach Elfmeterschießen), jetzt die bittere Pleite in der Bundesliga bei Werder Bremen (0:2). Auf dem Weg in die Kabine platzt Hoffenheim-Star Wouter Burger (25) der Kragen. Der Niederländer stürmt wild gestikulierend durch die Katakomben des Weserstadions, tobt los: „Die sind so schlecht, die können wirklich gar nichts!“ Erstaunliche Worte in Richtung der Bremer, wenn man bedenkt, dass Werder den Kraichgauern gerade schon die 5. Liga-Pleite zugefügt hatte.
Nach BILD-Informationen richtete sich Wouters Wut allerdings nicht nur gegen die Bremer, sondern auch gegen das Schiedsrichter-Gespann. Grund: Nach einem harten Foul von Marco Friedl (28) an Burger in der 60. Minute sah der Bremer nur Gelb. Burger lag minutenlang am Boden, hätte sich eine Rote Karte für Friedl gewünscht. Nach der Szene wurde das Spiel zunehmend hitziger und wilder.
Nach drei Siegen (zwei in der Bundesliga, einer in der Europa League) nun also wieder zwei bittere Niederlagen. Trainer Christian Ilzer (49) richtet den Blick nach vorn: „Ergebnistechnisch sind Niederlagen immer ein Rückschlag. Aber von der Situation her, wie wir zusammenstehen, wie ich die Jungs erlebe – auch in diesen Tagen, das macht was mit der Mannschaft.“ Resignation gibt's bei Ilzer trotz der Rückschläge nicht: „Wie sie diese Dinge wegsteckt, wie sie nicht jammert, sondern versucht, am Platz Lösungen zu zeigen: Das macht mich einfach stolz. Auch wenn man sich am Ende vielleicht über Siege definiert, definiere ich meine Mannschaft im Moment auch über das, was sie mentalitätsmäßig leistet.“