Berlin – Klare Ansage aus der Politik zu unserer Eishockey-Heim-WM im Mai 2027. Eine Woche nach dem umstrittenen Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes Cas zur Russland-Rückkehr auf die große Eishockey-Bühne stellt die Bundesregierung klar: Die WM in Düsseldorf und Mannheim findet statt – aber ohne Russland.
Regierungssprecher Stefan Kornelius (60): „Unser Ziel muss es sein, die Turniere wie geplant durchzuführen. Das wäre angesichts der Boykotte bei Zulassung Russlands faktisch aber nicht möglich. Und deswegen wollen wir jetzt tatsächlich auf dem Gesprächsweg Möglichkeiten ausloten, wie wir das Turnier dennoch stattfinden lassen können.“
Boykott-Drohungen und Sponsoren-Rückzug
Demnach gab es in den vergangenen Tagen intensive Gespräche mit Franz Reindl (71), dem frisch gekürten Präsidenten des Eishockey-Weltverbands (IIHF), und dem Deutschen Olympischen Sportbund. Das Ergebnis: Die Teilnahme Russlands macht die WM-Durchführung „sportlich und wirtschaftlich faktisch unmöglich“.
Hintergrund: Der Cas hatte entschieden, die seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ausgesprochene Suspendierung russischer Teams aufzuheben. Seitdem drohen diverse Nationen mit einem Boykott unserer Heim-WM. Auch wichtige Sponsoren kündigten ihren Rückzug an. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) stellte in den Raum, die WM zurückzugeben.
Bundesregierung schließt verweigerte Visa für Russen nicht aus
Der Wirbel um die Russen-Rückkehr hat längst auch die Politik erreicht. Zuletzt schloss Kanadas Premierminister Mark Carney öffentlich aus, dass Russland an der U20-WM in Kanada teilnimmt. Dabei erinnerte er an die Möglichkeit, Visa für russische Sportler zu verweigern. Auch die Bundesregierung schließt das für die WM 2027 nicht aus. Ein Sprecher des Innenministeriums: „In Zeiten, in denen Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, kann es keine Normalität geben und die werden wir auch nicht vorspielen.“
Putin schaltet sich ein
Auch Russen-Herrscher Wladimir Putin schaltete sich in die Debatte ein. Der bekennende Eishockey-Fan warf einigen Ländern politische Beschränkungen gegen russische Sportler vor – ohne konkrete Länder zu nennen. Dabei sprach der Kreml-Diktator von einem groben Verstoß gegen das Recht, gerichtliche Entscheidungen und damit gegen Institutionen der Demokratie.
Die Diskussion um die Russen-Rückkehr überstrahlt auch das traditionelle Heim-Turnier Deutschland Cup. Das ist Donnerstag in Düsseldorf gestartet ...