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Fette Beute für Nordkorea-Kim?: Kryptobörse Binance will 6,3-Mrd.-Verlust ersetzen

Fette Beute für Nordkorea-Kim?: Kryptobörse Binance will 6,3-Mrd.-Verlust ersetzen
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Berlin – Milliarden-Beute, eine Spur nach Nordkorea und jetzt ein gewaltiges Versprechen an die Opfer! Nach dem wohl größten Krypto-Raub aller Zeiten will die weltgrößte Kryptobörse Binance sämtliche Verluste ihrer Anleger ersetzen. Hacker hatten bei dem Angriff am Donnerstag Kryptowährungen im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) erbeutet.

Binance habe bereits mehr als 6,3 Milliarden Dollar zur Entschädigung zurückgestellt, teilte Co-Unternehmenschef Richard Teng (57) am Freitag auf X mit. Das Unternehmen werde „alle Verluste“ ersetzen. Fünf Milliarden Dollar stünden bereits in Kryptowährungen bereit, der Rest solle am Markt beschafft werden. Innerhalb von 40 Stunden sollen Nutzer wieder Geld abheben können. Zuvor müsse das System allerdings „rigorose Tests“ bestehen.

Etwa die Hälfte der betroffenen Vermögenswerte konnte nach Unternehmensangaben bereits eingefroren werden. Die Analysefirma TRM Labs vermutet hinter dem Angriff Hacker mit Verbindungen nach Nordkorea.

Das war passiert

Der Angriff begann am Donnerstagabend. Den Großteil der Beute zogen die Täter in nur 20 Minuten ab. Die Analysefirma TRM Labs spricht vom „größten Krypto-Diebstahl aller Zeiten“. Als Täter nennt sie „TraderTraitor“, Nordkoreas Elite-Hackereinheit. Die Einschätzung treffe man „mit hoher Sicherheit“. Die Gruppe gilt als Teil der berüchtigten Lazarus-Hacker. Offiziell bestätigt ist das nicht. Binance nennt keinen Täter, und keine Behörde hat sich bislang festgelegt.

Laptop war das Einfallstor für den Milliarden-Hack

Einfallstor war laut Binance offenbar der gehackte Laptop eines Technikers. Brisant: Nur zwei Tage vor dem Raub hatte die Börse erklärt, Angriffe mit Nordkorea-Bezug abgewehrt zu haben. Die Täter hatten es mit gefälschten Vorstellungsgesprächen versucht.

Binance setzte Ein- und Auszahlungen vorübergehend aus und will alle Verluste übernehmen: „Die Gelder der Nutzer sind sicher.“ Rund 3 Milliarden Dollar sind eingefroren. Tether sperrte mehr als 1,5 Milliarden, Circle 800 Millionen. Laut TRM haben die Täter aber noch rund 2,4 Milliarden Dollar in Ether und Bitcoin im Zugriff. Der Notfallfonds SAFU liegt im Allgemeinen bei rund 1 Milliarde Dollar. Das ist weit weniger als der Schaden.

Bitcoin fällt – Märkte sind nervös

Der Markt reagiert nervös. Bitcoin fiel am Freitag zeitweise um mehr als 3 Prozent und rutschte kurz unter 77.000 Dollar, den tiefsten Stand seit September. Auch andere Token gaben nach. „Binance ist im Kryptobereich ein derartiger Gigant, dass jeder Vertrauensverlust auch das Vertrauen in die Branche insgesamt trifft“, sagt Fredrick Collins von Velo Data. Für Anleger, die von einer zweimonatigen Erholung profitiert hatten, ist das ein Rückschlag.

Nordkorea gilt als größter staatlicher Krypto-Dieb der Welt. TRM-Experte Ari Redbord warnt: „Wenn Nordkorea in diesem Ausmaß stiehlt, finanziert das Waffenproliferation und andere destabilisierende Aktivitäten.“ Im gesamten Jahr 2025 stahlen nordkoreanische Hacker laut Chainalysis rund 2 Milliarden Dollar. Das ist nur etwa ein Drittel der Binance-Beute.

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