Rom – Angst auf Europas Flughäfen! Mysteriöse Bombendrohungen gegen mindestens 20 Flugzeuge haben heute für Turbulenzen gesorgt. Maschinen an über zehn Flughäfen in halb Europa wurden auf Sprengstoff durchsucht, Kampfjets stiegen auf, Maschinen mussten notlanden. Jetzt berichten mehrere Medien: Eine Gruppe von russischen, rechtsradikalen Frauenhassern gibt vor, hinter den Zwischenfällen in Italien zu stecken!
Laut einem Bericht von CNN sollen am Donnerstag Droh-Mails an das Logistikunternehmen am Flughafen Rom Fiumicino gegangen sein. Absender: „Der Männerstaat“. Darin kündigten die Verfasser in schlechtem Italienisch an, den „Himmel rot zu färben“ – als Zeichen gegen „das feministische Regime“.
Und sie behaupteten laut dem Bericht, explosives Material in zwei Flugzeugen deponiert zu haben. In einer Finnair-Maschine aus Helsinki (Finnland) und in einem Flugzeug von Aer Lingus aus Dublin (Irland), beide auf dem Weg nach Rom.
Weiter heißt es laut CNN in der Droh-Mail: „Wir kommen, wir Kämpfer des Männerstaats werden mit unserer Aktion Geschichte schreiben. Euer feministisches Regime wird das niemals vergessen.“ Und: „Ihr seid alle Komplizen eines kriminellen Komplotts; dafür wollen wir euch vernichten.“
Die Aer-Lingus-Maschine, die schon in der Luft war, wurde wegen des Drohschreibens in die Normandie (Frankreich) umgeleitet und landete außerplanmäßig auf einem Militärflughafen. Über 150 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder strandeten hier. Das Flugzeug aus Finnland wurde von italienischen Kampffliegern nach Rom eskortiert. Dort landete es sicher. Bei der anschließenden Durchsuchung an Bord wurde – wie bei allen anderen Maschinen – nichts Auffälliges entdeckt.
Gruppe propagiert „nationales Patriarchat“
Wer aber ist die Gruppierung, die womöglich hinter dem Flugzeug-Chaos steckt? Der „Männerstaat“ wurde angeblich vor rund zehn Jahren von einem russischen Fitness-Influencer gegründet.
Er und seine rassistischen und rechtsradikalen Anhänger verbreiten vor allem über den Kanal „Telegram“ Aufrufe zu Gewalt gegen Frauen, Schwule und Lesben. Sie propagieren ein „nationales Patriarchat“, in dem Frauen ihren Ehemännern gehorchen.
Ob die Mails wirklich von Anhängern des verbotenen „Männerstaats“ aus Russland stammen, ist aber unklar. Zuletzt kam es vermehrt zu hybriden Angriffen von russischen Hackergruppen auf europäische Infrastruktur und Unternehmen. Laut Medienberichten glauben europäische Geheimdienstquellen, dass der Name der radikalen Gruppe als Ablenkungsmanöver verwendet worden sein könnte.
Terror-Experte Peter R. Neumann (51) schreibt auf X, die Aktion erinnere an eine koordinierte hybride Aktion. Es gebe aber keine Belege für eine Beteiligung Russlands. Solche Aktionen würden Personal binden und Kosten verursachen. Die größte Gefahr sei: „Wenn hundertmal nichts passiert, lässt beim hundertundersten Mal die Wachsamkeit nach. Genau darin liegt das Risiko.“