Hamburg – Dschungel-Wahnsinn im Mini-Format: Mit unglaublicher Liebe zum Detail erschaffen die Modellbauer des Miniatur Wunderlands eine neue Welt. Hier wird selbst das Kleinste zur großen Sache. Den Weltrekord halten sie bereits – jetzt bauen sie ihn aus!
Der teuerste Abschnitt im Maßstab 1:87 hat rund 6 Millionen Euro gekostet. Es ist eine Koproduktion zwischen den Modellbau-Experten aus der Speicherstadt und der Modellbaufamilie Martinez aus Buenos Aires. Am 9. November eröffnet nach vier Jahren Bauzeit der Regenwald.
Um diesen Guinness-Weltrekord geht es
Allein 30.000 Bäume bilden das grüne Dach des Amazonas. Viele davon entstanden aus miteinander verdrehten Drähten, Strukturpaste und Naturmaterialien. Damit die Blätter wie im feuchten Dschungel wirken, bekamen sie sogar einen leichten Seidenglanz.
Das Miniatur Wunderland ist seit 2019 laut Guinness World Records die größte Modelleisenbahnanlage der Welt mit 15.715 Metern Gleis. Inzwischen ist die Weltrekord-Anlage auf 16.491 Meter Gleis gewachsen. Und der neue Südamerika-Abschnitt umfasst weitere 861 Meter Gleise, dazu 175 Quadratmeter Modellfläche, 90 Züge, 13.000 Figuren, 442 Gebäude und 800 Tiere. Arbeitsaufwand: 180.000 Stunden.
Was der Chef zum neuen Abschnitt sagt
Überall stecken kleine Geschichten in der Touristenattraktion. Mitten im Amazonas liegt etwa Manaus mit 71 winzigen Stelzenhäusern. Autos fahren erstmals nicht über normalen Modell-Asphalt. Sie kämpfen sich durch eine matschige Dschungelpiste.
Im Regenwald zeigen die Macher auch dessen Zerstörung. MiWuLa-Gründer Frederik Braun sagt zu BILD: „Beim Amazonas wäre es eine Lüge, nur das Paradies zu zeigen. Natürlich könnten wir die Abholzung, die illegalen Goldminen und die Waldbrände einfach weglassen. Aber dann würden wir die Augen vor der Realität verschließen.“
Das war die größte Herausforderung
Richtig nass wird es an den Iguazú-Wasserfällen. Weil sich echtes Wasser nicht einfach auf den Maßstab 1:87 verkleinern lässt, arbeiten die Modellbauer mit gewaltiger Technik. In einem Tank befinden sich rund 800 Liter echtes Wasser. Im Normalbetrieb jagt eine Pumpe 25.000 Liter pro Stunde über die Miniatur-Felskanten. Der 58-jährige Chef zu BILD: „Wasser ist im Modellbau eine riesige Herausforderung, denn Wasser lässt sich nicht schrumpfen. Ein Tropfen bleibt ein Tropfen. Und im Kleinen wirkt es plötzlich wie dicker, zäher Sirup.“
So viele Besucher werden erwartet
Südamerikas berühmteste Ruinenstadt Machu Picchu war selbst fürs Wunderland zu groß. Die Inka-Stadt passte schlicht nicht auf die vorgesehene Fläche. Die Lösung: Machu Picchu wurde im Maßstab 1:120 besonders verkleinert. Und das Publikum für den neuen Abschnitt ist gewaltig: Für 2026 rechnet das Wunderland in Hamburg mit rund 1,6 Millionen Besuchern.