Politik

Iliana Yotova vorn: Bulgarien rückt an Russland heran

Iliana Yotova vorn: Bulgarien rückt an Russland heran
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Sofia – Während Moskaus Verbündete in Europa reihenweise die Macht verlieren, geht Bulgarien auf Russland-Kurs. Laut Nachwahlbefragungen hat Iliana Yotova (62, parteilos) am Sonntag die Präsidenten-Stichwahl gewonnen. Sie wäre die erste vom Volk gewählte Staatschefin des Landes und gilt als Russland-freundlich. Das offizielle Ergebnis soll am Montag verkündet werden.

Yotova setzte sich demnach gegen Ex-Übergangsregierungschef Andrey Gyurov durch. Yotova will Bulgarien auf EU-Kurs halten, wirbt aber für bessere Beziehungen zu Russland und ein Ende der Sanktionen gegen den Aggressor-Staat. Im Ukraine-Krieg fordert sie eine diplomatische Lösung. „Frieden kann nur durch Verhandlungen kommen“, sagte sie vor der Wahl.

Zuletzt verloren Putin-Freunde in Europa die Macht

Dabei verloren in den vergangenen Monaten zwei Putin-Verbündete in Europa ihre Macht: In Ungarn endete im April die 16-jährige Ära von Viktor Orbán. Der Kreml-Versteher verlor die Wahl gegen Herausforderer Péter Magyar. Der regiert seit dem 9. Mai und will sein Land zurück nach Europa führen.

In Serbien trat Langzeitherrscher Aleksandar Vučić Ende September als Präsident zurück. Er wollte Ministerpräsident werden. Dann das Debakel: Bei der Parlamentswahl am 25. Oktober siegte die Studentenbewegung. Vučić, der seit 2012 die Politik des Landes bestimmte, gestand seine Niederlage noch am Wahlabend ein. Seine Partei SNS geht nach fast 14 Jahren in die Opposition.

Ukraine-Krieg vor der Haustür

Bulgarien ist seit 2004 Nato-Mitglied und liegt direkt an der Ostflanke am Schwarzen Meer. Genau dort wird der Ukraine-Krieg für das Land greifbar: Drohnenangriffe auf Frachter vor der Küste des Landes haben zuletzt mehreren Seeleuten das Leben gekostet. Wer dahintersteckt, bleibt offen.

Bei einer möglichen russischen Beteiligung bleiben Yotova und Regierungschef Radev auffällig vage. Yotova setzt auf Verhandlungen und will alle sechs Schwarzmeer-Anrainer an einen Tisch holen, um einen Gewaltverzicht zu unterzeichnen. Drei dieser Staaten, Bulgarien, Rumänien und die Türkei, gehören zur Nato, zwei sind Kriegsparteien: Russland und die Ukraine.

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