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Kreuzfahrt wegen zu hoher Spritkosten abgebrochen, jetzt abgelegt: Schiff stach in der Nacht in See

Kreuzfahrt wegen zu hoher Spritkosten abgebrochen, jetzt abgelegt: Schiff stach in der Nacht in See
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Ein eigenes Zuhause auf dem Meer, jeden Monat ein anderes Reiseziel, und der Ruhestand als endlose Weltreise: Für rund 200 Passagiere der „Odyssey“ sollte dieser Traum Wirklichkeit werden. Doch Ende Oktober mussten sie das Kreuzfahrtschiff im kambodschanischen Hafen Sihanoukville überraschend verlassen. Der Grund: zu hohe Spritpreise. Jetzt fährt das Schiff wieder. Ohne Passagiere.

Am späten Dienstagabend verließ das Kreuzfahrtschiff den Hafen ausschließlich mit Besatzungsmitgliedern an Bord. Knapp 100 der überwiegend US-amerikanischen Passagiere blieben in Sihanoukville. Andere waren laut Angaben der kambodschanischen Tourismusbehörde bereits abgereist.

Wohin die „Odyssey“ unterwegs ist

Wohin genau das Schiff fährt, war zunächst unklar. Allerdings zeigen aktuelle Daten des automatischen Schiffsidentifikationssystems (AIS): Es befindet sich im Golf von Thailand und ist mit einer Geschwindigkeit von 7,5 Knoten auf dem Weg Richtung Hafen von Singapur. Dort wird die Ankunft für den 7. November um 13 Uhr erwartet.

Rätselhaft ist, warum die „Odyssey“ den Hafen so plötzlich verlassen hat. Konnte sich der Betreiber Villa Vie Residences die Liegegebühren nicht mehr leisten? Sihanoukville ist Kambodschas wichtigster Seehafen. Für ein Kreuzfahrtschiff dieser Größe fallen dort täglich rund 1500 Euro an. BILD-Anfragen dazu an die Hafenbehörde, Villa Vie Residences und das kambodschanische Verkehrsministerium blieben bislang unbeantwortet.

Wie „CBS News“ berichtet, hat jetzt ein Kreditgeber die Kontrolle über das Schiff übernommen. Es könnte nach Singapur gebracht und dort möglicherweise versteigert werden. Eine Versteigerung ist allerdings noch nicht angesetzt. Villa-Vie-Gründer Mikael Petterson hatte bereits gegenüber „Business Insider“ (gehört wie BILD zu Axel Springer) erklärt, Villa Vie könnte eine gerichtlich überwachte Restrukturierung durchlaufen. Dabei würde das Management die Kontrolle behalten. Alternativ müsste das Unternehmen liquidiert werden.

Spritkosten bis zu 7100 Euro pro Kabine

Villa Vie Residences hatte die Reise wegen gestiegener Treibstoffkosten ausgesetzt. Am 28. Oktober mussten die 203 Passagiere innerhalb weniger Stunden von Bord. Viele hatten für eine Suite mehr als 300.000 Dollar (rund 266.000 Euro) bezahlt, um dort bis zum Lebensende des Schiffes wohnen zu können.

Doch dem Betreiber zufolge stiegen aufgrund des Iran-Kriegs die monatlichen Treibstoffkosten pro Kabine von durchschnittlich 1800 Dollar (rund 1600 Euro) auf bis zu 8000 Dollar (rund 7100 Euro). Langsameres Fahren und längere Hafenaufenthalte hätten die Mehrkosten nicht ausgleichen können. Medienberichte zeigen aber auch, dass sich das Schiff bereits mindestens drei Monate vor seiner Ankunft in Kambodscha in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben soll. Das Unternehmen versuchte demnach, weitere Geldbeiträge von den Passagieren zu erhalten.

Die „Odyssey“ wurde 1993 gebaut und 2023 von Villa Vie Residences gekauft. Ihre Weltreise begann im Oktober 2024 in Belfast. Eine zweite Kreuzfahrt und der Kauf eines weiteren Schiffes nach demselben Konzept waren bereits geplant.

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