Palm Beach (Florida) – Nur wenige Meter von einer Wohnsiedlung im US-Bundesstaat Florida entfernt zerschellte am Sonntag ein Privatflugzeug vom Typ Learjet 60 auf einer Straße. Alle neun Menschen an Bord starben. Die Häuser direkt neben der Einschlagstelle blieben stehen. Doch was der Absturz hinterlassen hat, ist für die Bewohner kaum zu ertragen. „Überall liegen Körperteile“, beschreibt eine Vertreterin der Verwaltung des Green-Acres-Wohnparks gegenüber der „New York Post“ die Situation.
Der Jet war von Austin auf dem Weg auf die Bahamas, als er kurz vor 13 Uhr in das Wohnviertel „Greenacres“ neben die Straße „Military Trail“ stürzte. Die Maschine schlug mit solcher Wucht auf, dass ein Krater in der Straße entstand. Trümmer flogen bis auf die Dächer der unmittelbar angrenzenden Mobilheime. Ausgerechnet die beiden Häuser, die dem Einschlag am nächsten liegen, wurden nicht direkt getroffen.
Palm-Beach-County-Kommissar Joel Flores war selbst am Unglücksort. „Alles, was ich sehen konnte, waren Trümmer auf den Häusern. Ich weiß nicht, ob etwas die Gebäude selbst durchschlagen hat, aber auf den Dächern lagen Trümmer“, sagte er.
Dass am Boden niemand starb, bezeichnet Flores sinngemäß als Wunder. Im Moment des Aufpralls soll sich kein Auto unmittelbar an der Einschlagstelle befunden haben. Ein Fahrer, der den Bereich gerade passiert hatte, kam mit leichten Verletzungen davon. Die Behörden ließen den gesamten Wohnpark räumen. Schätzungsweise 400 bis 600 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Viele kamen bei Freunden und Verwandten unter, andere wurden in einer Notunterkunft untergebracht.
Wann sie zurückdürfen, ist unklar. Ermittler durchsuchen ein rund 800 Meter großes Trümmerfeld nach Beweismitteln und den Überresten der Opfer. Solange diese Arbeit nicht beendet ist, bleibt das Gebiet abgesperrt. „Leider wissen wir nicht, wann sie wieder in ihre Häuser zurückkehren können“, sagt Flores. Die Ermittler würden weiterhin „alle Beweismittel und menschlichen Überreste“ suchen.
Neun Menschen saßen in der Maschine: Tech-Unternehmer Adam Robinson, seine Frau Helen, ihre beiden kleinen Kinder, das Kindermädchen der Familie, zwei Freunde sowie Pilot Jeff Gregory und die 20-jährige Co-Pilotin Nathalia Gadelha Filgueiras.
Flugzeug brach auseinander
Die Ermittlungen zum Absturz laufen noch. Doch kurz vor dem Unglück lösten sich Teile von der Maschine. Tom Chapman von der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB sagte in einer Pressekonferenz: Das Flugzeug habe anscheinend bereits vor dem Aufprall begonnen, auseinanderzubrechen. Er gehe davon aus, dass weitere Wrackteile weiter entfernt von der Absturzstelle liegen.
Was den Absturz auslöste, ist noch unklar. Vor dem Absturz hatte der Pilot Turbulenzen und Wetterprobleme gemeldet. Wenig später stürzte der Privatjet mit der Nase zuerst in die Straße einer Wohnsiedlung und ging in Flammen auf.