Sie wären bei Günther Jauch in „Wer wird Millionär?“ die perfekte 125.000-Euro-Frage. Wer ist Ines Claus? Schutzpatronin von Clausthal-Zellerfeld? Ein Teil des Duos „Claus und Claus“? Schwester von Santa Claus in den USA?
Sie sind eine hessische CDU-Politikerin. Wissen Sie, ich lese schon Zeitung. Aber Sie kannte ich bisher nicht. Jetzt gehören Sie zum engeren Kreis derer, die als nächste Bundespräsidentin im Gespräch sind.
Das höchste Staatsamt. Es wäre eine Blitzkarriere, wie bei Rocky, dem Boxer.
Um Bundespräsidentin zu werden, muss man diesmal aus Proporz eine Frau sein und in der CDU/CSU. Da kommen eh nur 125.000 infrage. Außerdem muss man im Ruf stehen, keinen Ärger zu machen. Man sollte so berechenbar sein wie das Wort zum Sonntag. Reden, die Ghostwritende schreiben, sollte Frau flüssig vorlesen können. Die Lücke, die man beim Abgang in der Partei hinterlässt, darf außerdem nicht allzu groß sein.
So ist man also auf Sie gekommen. An Ihrer Stelle wäre ich ein bisschen beleidigt.
In Umfragen verlangen etwa 70 Prozent der Deutschen, der Präsident sollte direkt gewählt werden. Wer weiß, wen das Volk will? Besser, man fragt es gar nicht erst.
Sie, Frau Claus, würden als Präsidentin ein weiteres Zeichen gegen den Populismus setzen. Das ist die Hauptsache, oder?
Viel Erfolg Harald Martenstein
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