Mexiko-Stadt – Nach Ende des Großen Preises von Mexiko dauerte es fast dreieinhalb Stunden, bis das Ergebnis dieses Formel-1-Rennens endgültig feststand. Denn der Weltverband Fia bestrafte im Nachhinein gleich drei Fahrer, brummte einem vierten zudem eine Geldstrafe auf.
Der erste, der nach Rennende bestraft wurde, war Oscar Piastri (25). Der McLaren-Pilot hatte eine Kollision mit Arvid Lindblad (19/Racing Bulls) verursacht. Ihm wurden nachträglich zehn Sekunden aufgebrummt.
In der Urteilsbegründung (17.56 Uhr) heißt es: „Die Sportkommissare stellten fest, dass die Kollision hätte vermieden werden können, wenn der Fahrer von Auto 81 (Piastri/d.Red.) nach Kurve 1 weiter nach links gezogen wäre, selbst wenn dies bedeutet hätte, die Strecke vor Kurve 2 zu verlassen.“ Für den Australier bedeutete die Strafe den Sturz von Platz 6 auf 13.
Der Nächste, der bestraft wurde, war Pierre Gasly (30). Der Alpine-Pilot hatte seine Geschwindigkeit unter Doppel-Gelb nicht reduziert.
Die Rennkommissare stellten um 19.33 Uhr fest: „Der Fahrer und der Teamvertreter behaupteten, dass der Fahrer im Sektor mit doppelter gelber Flagge seine Geschwindigkeit deutlich verringert habe. Eine detaillierte Untersuchung der Telemetrie sowie der Daten anderer Fahrzeuge, die diesen Sektor passierten, veranlasste die Sportkommissare jedoch zu dem Schluss, dass die festgestellte geringfügige Reduzierung nicht ausreichte, um den Anforderungen des Reglements zu entsprechen.“
Strafmaß: Stop-and-Go-Strafe (=30 Sekunden). Dadurch landete der Franzose statt auf Platz 10 auf dem 17. Rang, dem letzten aller Fahrer, die ins Ziel gekommen sind. Zusätzlich gab es zwei Strafpunkte, seine ersten in den vergangenen zwölf Monaten.
Formel 1: GP in Mexiko – Mehrere Fahrer nachträglich bestraft
Auch sein Teamkollege Franco Colapinto (23) wurde wegen eines Geschwindigkeitsvergehens unter gelber Flagge bestraft. Allerdings hatte der Argentinier nur eine Flagge missachtet, kam deshalb mit einer Zehn-Sekunden-Strafe und einem Strafpunkt (ebenfalls sein erster) davon.
In der Urteilsbegründung (19.35 Uhr) wird angemerkt: „Eine detaillierte Untersuchung der Telemetrie und der Onboard-Kamera überzeugte die Sportkommissare nicht davon, dass der Fahrer in diesem Einfach-Gelb-Sektor die Geschwindigkeit ausreichend verringert hatte.“
Für Colapinto bedeutet die Strafe: 15. statt 8. Weil gleich drei Fahrer aus den Top 10 strafversetzt wurden, kam Haas-Fahrer Ryo Hirakawa (32) bei seinem Formel-1-Debüt gleich zu seinem ersten Punkt (Platz 10).
Außerdem wurde Mercedes-Fahrer George Russell (29) zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verdonnert. Der Brite hatte die Rennstrecke verlassen, ohne an den verpflichtenden Medienrunden teilzunehmen.