Washington – Der Frust über das schlechte Abschneiden bei den Midterm-Wahlen sitzt offenbar tief: Jetzt teilte US-Präsident Donald Trump deswegen sogar gegen seinen eigentlichen Lieblingssender „Fox News“ aus. Auf seinem eigenen Netzwerk „Truth Social“ verstieg er sich in wüste Beschimpfungen gegen TV-Moderatorin Jessica Tarlov (42), nannte sie „dumm wie ein Stein“. Tarlov neigt politisch zu den Demokraten und verteidigt ihre Positionen als eine von sehr wenigen beim strammen Republikaner-Sender „Fox News“. Doch offenbar ist dem US-Präsidenten das schon zu viel Meinungsvielfalt.
Dabei begann Trumps Trommelfeuer gegen den Nachrichtensender schon bei der Verkündung der ersten Wahlprognosen. Schon kurz nach der Schließung der Wahllokale lästerte Trump über gesunkene Einschaltquoten von Fox News, sie lägen „weit unten, nicht wegen mir, sondern weil sie GEGEN mich sind“.
Trump teilt böse gegen Fox-Moderatorin aus
Wenig später, während er offenbar die Wahlsendungen im Weißen Haus verfolgte, schaltete er erneut auf Angriff – diesmal direkt gegen Tarlov. Er könne „ihre Stimme nicht ertragen“, schrieb Trump auf „Truth Social“, Tarlov sei „dumm wie ein Stein“ (im Original: „dumb like a rock“). Sie sei ein „Loser“ (Verliererin) und er werde jetzt den Raum verlassen, bis sie nicht mehr auf dem Fernsehschirm zu sehen sei.
Schließlich kritisierte Trump in seinem dritten und vierten Wut-Post noch einmal den Sender, in dessen Umfragen er immer zu schlecht dargestellt werde – und kam erneut auf die TV-Quoten des Senders zu sprechen. Sie wären gesunken, weil Fox News viel zu oft die „Dummokraten“ (gemeint war die Demokratische Partei) zu Wort kommen lassen würde.
Immerhin: Am späten Abend hatte sich der US-Präsident offenbar wieder im Griff, sodass er Fox ein Telefon-Interview geben konnte. Darin bezeichnete er das Wahlergebnis nicht als persönliche Niederlage. Die Wähler hätten schlichtweg die Kandidaten der republikanischen Partei nicht gemocht.
Trump stellte sich zudem auf eine Konfrontation mit den siegreichen Demokraten ein: Sie würden ihm Gesetzentwürfe vorlegen, die er für „wahnsinnig“ halte. Dagegen werde er sein Veto einlegen, bis die Gegenseite zu Kompromissen bereit sei. Dann werde man auch zusammenarbeiten, versprach Trump.