Istanbul – Laut, lauter, Galatasaray. Der VfB Stuttgart verlor am Dienstagabend in der Pfeif-Hölle von Galatasaray Istanbul mit 0:2. Schon im Vorfeld der Champions-League-Partie hatten die Stuttgarter vor der außergewöhnlichen Kulisse inklusive des berüchtigten Pfeifkonzertes im Rams-Park gewarnt. Geholfen hat all dies nicht, der VfB wirkte in den vier Minuten zwischen den frühen Gegentoren komplett verunsichert und von der Rolle.
Unter vielen Fans wird immer wieder eine zentrale Frage zur Stimmung im Rams-Park diskutiert: Sind die Pfiffe echt – oder helfen die Stadionlautsprecher nach? Einige Fans vermuten: Das Pfeifkonzert der Gala-Fans wird von der Stadionregie mit Musikboxen unterstützt und damit noch schriller und lauter gemacht.
Nach Abpfiff befeuerte VfB-Keeper Fabian Bredlow (31) die Debatte. Der Torwart sagte zur Stimmung: „Am Anfang war das sehr laut. Zwischendurch konnte man das etwas ausblenden. Aber die Pfiffe waren schon in einer ungewohnten Lautstärke. Da weiß ich auch nicht, ob die alle so von Menschen erzeugt wurden. Vor allem wenn gesungen wurde, dann auf einmal Pfiffe kamen, da dachte man, da stimmt doch was nicht.“
Ein brisanter Vorwurf des Keepers. Kommen die lauten Pfiffe tatsächlich auch vom Band? Stürmer Deniz Undav (30) sagte darauf angesprochen: „Das juckt mich gar nicht! Ich bin stolz, dass wir dagegengehalten haben.“
Am Abend vor dem Spiel wurde bereits hitzig über die Stimmung gestritten. Der VfB teilte auf „X“ ein Foto der Lautsprecheranlage im Rams-Park. In der Bildunterschrift standen drei „Grübel-Emojis“. Ein Beitrag, der sicherlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen war, von den Gala-Fans aber als versteckter Vorwurf verstanden wurde. Kurze Zeit später löschte der VfB den Beitrag wieder und entschuldigte sich bei Galatasaray.
Im Stadion wurden die Stuttgarter dann von ohrenbetäubenden Pfiffen begrüßt – von den Tribünen, wohl nicht aus den Boxen. Doppelt bitter für den VfB: Die Pfiffe der Gala-Fans zeigten Wirkung…