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Rente mit 63: Exklusive Zahlen zeigen, warum sie für den Osten so wichtig ist

Rente mit 63: Exklusive Zahlen zeigen, warum sie für den Osten so wichtig ist
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Berlin – Ostdeutsche verdienen auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung noch deutlich weniger als Beschäftigte im Westen. Doch ausgerechnet bei der sogenannten „Rente mit 63“ haben viele Menschen in den neuen Bundesländern einen Vorteil: Sie erreichen häufiger die nötigen Beitragsjahre für einen abschlagsfreien Renteneintritt. Viele Ostdeutsche empfinden das nicht als Privileg, sondern als späte Anerkennung ihrer Lebensleistung.

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage des BSW (liegen BILD exklusiv vor) lag der durchschnittliche Bruttojahresverdienst 2025 in den neuen Ländern (ohne Berlin) bei 41.460 Euro, im früheren Bundesgebiet dagegen bei 46.552 Euro. Zwar schrumpft die Lohnlücke seit Jahren, aber nur langsam: Seit 2018 hat sie sich nur um rund fünf Prozent verkleinert.

Heißt: Noch immer verdienen Ostdeutsche im Schnitt rund 5000 Euro weniger im Jahr als westdeutsche Beschäftigte. Besonders deutlich wird die Schieflage beim Blick nach Mecklenburg-Vorpommern. Das Bundesland liegt bei den Einkommen seit Jahren am Ende der Statistik. Seit 2018 gehörte der ostdeutsche Norden fast durchgehend zu den Ländern mit den niedrigsten Durchschnittslöhnen (40.533 Euro im Jahr 2025).

Gerade deshalb stößt die Abschaffung der „Rente mit 63“ gerade in den ostdeutschen Ländern auf Gegenwehr. Denn: „Auf die Lohnlücke folgt die Rentenlücke“, sagt BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht (57) zu BILD. Die geringeren Löhne im Osten seien „sozialer Sprengstoff“, weil sie automatisch zu geringeren Altersbezügen führen.

„Rente mit 63“ – eine Frage der Gerechtigkeit

Was den Ärger darüber bislang abmilderte: Ostdeutsche Beschäftigte profitierten deutlich häufiger von der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren. Während in Hamburg nur etwa jeder fünfte Rentner auf 45 Beitragsjahre kam, war es in Mecklenburg-Vorpommern mehr als jeder Dritte. Diese Menschen empfinden die „Rente mit 63“ oft als gerechten Ausgleich für ein Arbeitsleben, das bei niedrigeren Löhnen und den Brüchen der Wendezeit von langer Erwerbstätigkeit geprägt war.

Ein Empfinden, das auch in den anstehenden Landtagswahlkämpfen eine Rolle spielt. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52, SPD) gehört zu den sieben Regierungschefs von CDU und SPD, die sich gegen die Rentenpläne stellen. Zu BILD sagte sie, es gehe bei dem Thema auch um „Gerechtigkeit und die Anerkennung von Lebensleistungen“. Gerade für Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sei die abschlagsfreie Rente von besonderer Bedeutung. Dort sei „die gesetzliche Rente oft das einzige Alterseinkommen“, so Schwesig: „Da darf es keine Kürzungen geben.“

Ostdeutsche haben oft nur die gesetzliche Rente

Mehr als drei Viertel der Menschen im Osten sind laut Schwesig allein auf die gesetzliche Rente angewiesen. Rund 90 Prozent der Alterseinkünfte gehen auf die gesetzliche Rentenversicherung (im Westen rund 64 Prozent) zurück. Betriebsrenten, private Vorsorge oder Kapitaleinkünfte spielen deutlich seltener eine Rolle. Auch das – ein Erbe der DDR.

Die von den ostdeutschen Länderchefs angedrohte Blockade des Rentenpakets im Bundesrat hält Wagenknecht dennoch für ein reines Wahlkampfmanöver. Nach den Wahlen brauche es endlich „Ministerpräsidenten im Osten, die sich für die ostdeutschen Arbeitnehmer einsetzen, anstatt den Pleite-Kurs der Bundesregierung zu unterstützen“, so die BSW-Gründerin zu BILD.

Neben allen ostdeutschen Bundesländern haben sich inzwischen auch das Saarland und Bremen gegen die Abschaffung der „Rente mit 63“ ausgesprochen.

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