Addis Abeba – Diese tierische, schwule Liebe kennt keine Artgrenzen! Im äthiopischen Hochland haben Forscher eine höchst ungewöhnliche Beziehung beobachtet: Stier Achille und Eselhengst Patroclo suchen nicht nur ständig die Nähe des anderen. Die beiden haben auch regelmäßig Sex miteinander.
Eigentlich waren Biologen um André da Cruz von der Universität Pisa in Äthiopien unterwegs, um seltene Blutbrustpaviane zu erforschen. Doch dann fiel ihnen das ungewöhnliche Duo auf. Zwei Wochen lang filmten die Wissenschaftler Achille und Patroclo. Ergebnis: 51-mal bestieg der Stier den Eselhengst. Und die Annäherung ging offenbar nicht nur von Achille aus. Patroclo initiierte ebenfalls sexuelle Kontakte, unter anderem durch sanftes Beknabbern und entsprechende Körperhaltung.
Esel vertrieb Konkurrenz
Dabei blieb es nicht beim Sex. Die Tiere leckten, rieben und beschnupperten sich und suchten immer wieder freiwillig die Nähe des anderen. Für die Forscher ein wichtiges Indiz: Hier könnte mehr dahinterstecken als reine sexuelle Erregung.
Besonders erstaunlich: An Alternativen mangelte es beiden nicht. Auf der Weide hatten Achille und Patroclo Zugang zu Tieren der eigenen Art und beider Geschlechter. Trotzdem konzentrierten sich die beiden während der Beobachtungszeit sexuell aufeinander. Patroclo vertrieb sogar andere Stiere, wenn die Achille zu nahe kamen.
Liebeschaft zwischen Esel und Stier ungewöhnlich
Gleichgeschlechtliches Sexualverhalten ist im Tierreich keineswegs exotisch. Es wurde etwa bei Pinguinen, Schafen und Primaten beobachtet. Ungewöhnlich ist hier vor allem die Kombination: gleichgeschlechtlich und zugleich artübergreifend.
Die Wissenschaftler sehen deshalb mehr als eine kuriose Tiergeschichte. Sexualverhalten könne auch soziale Funktionen erfüllen, etwa Bindungen stärken oder Spannungen abbauen. Welche Mechanismen Achille und Patroclo tatsächlich antreiben, soll nun weiter erforscht werden.