Hauptnachrichten

Vermisstes Kind: Plötzlich korrigiert Polizei Bellas Todeszeitpunkt

Vermisstes Kind: Plötzlich korrigiert Polizei Bellas Todeszeitpunkt
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Kiel (Schleswig-Holstein) – Zwei Tage lang hofften Familie, Helfer und Anwohner auf ein Wunder. Hunderte Menschen suchten nach der kleinen Bella (3), einem autistischen Mädchen, das seit Mittwochmittag vermisst wurde. Die ganze Zeit lag das Kind offenbar in einem Pool im Garten des Mehrfamilienhauses. Mehrfach war die Polizei vor Ort. Keiner hat sie gefunden. Die Suche nach der kleinen Bella ist von Pannen durchzogen.

Die Polizei hatte zunächst erklärt, das Grundstück der Familie sei unmittelbar nach der Vermisstenmeldung durchsucht worden. Das geschah am Mittwoch um 14 Uhr. Auch der Bereich mit dem Pool sei demnach kontrolliert und später mehrfach erneut abgesucht worden. Doch diese Darstellung korrigierte die Polizei am Freitagnachmittag. In einer neuen Mitteilung erklärte sie, dass zwar Haus und Grundstück bereits gegen 14 Uhr überprüft worden seien, der Pool selbst sei damals jedoch nicht durchsucht, sondern lediglich „oberflächlich in Augenschein genommen worden“.

Bitter: Der Pool ist kein kleines Planschbecken. Er hat einen Durchmesser von rund vier Metern, ist teilweise in Beton eingelassen und mit Holzpaneelen verkleidet. Warum wurde der Pool zu diesem Zeitpunkt nicht schon gründlich durchsucht? Unbekannt. Die Frage soll jetzt intern aufgearbeitet werden.

Die Suche im Pool

Dann offenbar die nächste Panne bei der Suche: Da das kleine Mädchen nicht gefunden wurde, wurden die Maßnahmen im Laufe des Einsatzes intensiviert, heißt es von der Polizei. In der Nacht zum Donnerstag wurde das Grundstück der Familie gegen Mitternacht deshalb erneut durchsucht – dieses Mal auch im Pool. Allerdings wurde Bella dabei nicht gefunden.

Erst am Donnerstag gegen 9.30 Uhr, als die Polizei den Pool erneut durchsuchte, wurde das leblose Kind entdeckt. Warum? Unklar. „Auch dieser Umstand wird intern nachbereitet“, so die Polizei in einer Mitteilung am Freitag.

In derselben Mitteilung erklärte die Polizei: „Nach jetzigem Erkenntnisstand ist das Kind unmittelbar nach seinem Verschwinden in den Pool gefallen und war bei Beginn der polizeilichen Suchmaßnahmen bereits ertrunken.“ Doch selbst da ruderten sie wieder zurück. Diese Aussage der Polizei wurde inzwischen widerrufen. Denn der Todeszeitpunkt stehe bisher nicht fest. Sicher ist aktuell nur, dass Bella bereits mehrere Stunden tot war, als ihre Leiche gefunden wurde, und sie durch Ertrinken starb. Zuvor hatte es geheißen, sie wäre bereits weit vor Mitternacht gestorben.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Die zentralen Fragen bleiben: Wann und wie kam Bella in den Pool – und warum wurde sie nicht schon früher gefunden?

Vielleicht verpasst