Berlin - Pässe gegen Stimmen? Der Vorwurf wiegt schwer: Profitiert die Linke am Ende politisch von einer Einbürgerungspolitik, die sie selbst immer noch weiter erleichtern will? Die Partei setzt auf eine weitreichende Migrations- und Einbürgerungspolitik. Im Berliner Wahlprogramm 2026 widmet sie „Flucht und Migration“ einen eigenen Schwerpunkt. Bundesweit fordert die Linke nach den vom Nutzer bereitgestellten Angaben einen Rechtsanspruch auf Einbürgerung nach fünf Jahren und geringere Einkommenshürden. Sie fordert „Landesaufnahmeprogramme für Menschen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, dem Sudan sowie Gaza und dem Libanon“.
Brisant wird das nach dem Berliner Wahlerfolg der Linken. Die Partei schnitt bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 stark ab. Meinungsforscher Hermann Binkert (61, INSA) analysiert: „Die Parteien links der Mitte profitieren bei Wahlen von der Einbürgerung von Muslimen, weil diese Wähler überdurchschnittlich für Linke, Grüne und SPD stimmen. Das gilt für Wahlen auf allen Ebenen. Die Linke hat bei der jüngsten Abgeordnetenhauswahl in Berlin unter den muslimischen Wählern die absolute Mehrheit erreicht. Sie bekommt von dieser Gruppe doppelt so viel Zuspruch wie im Wählerdurchschnitt. Der große Erfolg der Linkspartei in Berlin wäre ohne die muslimischen Wähler so nicht möglich gewesen.“
Warum die Linke für Migranten attraktiv sein kann
Ein Grund könnte die Sozialpolitik sein. In einer Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM ) von 2025 sehen rund 47 Prozent der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund die Linke als „kompetenteste Partei zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit“. Zur Erklärung heißt es in der Studie: „Da viele Menschen aus den jüngeren arabischen Einwanderungswellen in prekären soziokulturellen und ökonomischen Verhältnissen leben, verfangen linke Verteilungsproblematiken in dieser Gruppe besonders stark.“ Viele leben also in schwierigen sozialen und finanziellen Verhältnissen.
Migrationsforscher warnt vor Linken-Kurs
Auch der Bremer Politikwissenschaftler Stefan Luft (64) sieht den Kurs kritisch. Er warnt in BILD: „Die Linke in Berlin fordert mehr ungesteuerte Zuwanderung. Unter Integration versteht sie Antidiskriminierung, soziale Unterstützung und kommunales Wahlrecht für alle hier lebenden Menschen ohne deutschen Pass. Sie will die Interessen einzelner Migrantengruppen vertreten, die von ihrer Herkunft oder von Konflikten stark geprägt sind. Der Doppelpass erleichtert das. Auf diese Weise werden immer stärker Konflikte in die deutsche Politik hineingetragen.“
Noch schärfer attackiert Unionsfraktionsvize Günter Krings (57, CDU) die Linke. Er sagt zu BILD: „Alleine der Aufenthalt in Deutschland soll für die Linken ausreichen, um Staatsbürger unseres Landes zu werden: Ohne Einkommen, ohne Sprachtest, unabhängig von jeder Integration. Als gäbe es ein naturgegebenes Recht auf einen deutschen Pass. Das ist absehbar Einbürgerung in Parallelgesellschaften und Sozialhilfe. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt – dahinter stehen knallharte Machtinteressen: Die Berliner Linken spekulieren auf dankbare neue Wählergruppen.“
Krings’ Vorwurf: Diese Politiker wollten sich ein Wahlvolk schaffen, so wie es ihren Interessen am besten dienen könnte. „Die Freunde der Linken vom Remmo-Clan hätten das alles nicht besser aufschreiben können“, sagt Krings.