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Ukraine: Kiew zittert vor neuen russischen Raketenangriffen

Ukraine: Kiew zittert vor neuen russischen Raketenangriffen
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Kiew – Die Angst geht um in der ukrainischen Hauptstadt! Bei nächtlichen Angriffen der Russen sind erneut zahlreiche Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere wurden verletzt. Besonders dramatisch: Die ukrainische Luftabwehr konnte keine einzige der angreifenden russischen Raketen abschießen. Experten warnen nun: Kiew könnte den russischen Raketen auch in den kommenden Nächten schutzlos ausgeliefert sein. „Wir sind in eine sehr unangenehme Phase des Krieges eingetreten“, betont Militärexperte Fabian Rene Hoffmann (29) gegenüber BILD. Um ihren Luftraum zu verteidigen, bräuchten die Ukrainer dringend Munition für „hochspezielle Systeme wie das amerikanische Patriot-System“. Doch die Vorräte, die man „guten Gewissens“ schicken könne, ohne die eigenen kritischen Reserven anzuzapfen, seien aufgebraucht. Bittere Folge: Die meisten ballistischen Raketen der Russen kommen durch und fordern verheerende Opfer unter der Zivilbevölkerung. Die Vorräte der Ukrainer seien vielleicht nicht bei null: „Mögliche Reserven werden aber für besonders kritische Ziele zurückgehalten.“

Selenskyj fordert mehr Abfangraketen

Aktuell können die Russen nach Hoffmanns Schätzung rund 600 bis 800 ballistische Raketen pro Jahr produzieren, während die Jahres-Produktion von Patriot-Abfangraketen bei etwa 1100 liege. Um eine russische Rakete mit 90-prozentiger Sicherheit abzufangen, braucht es drei oder mehr Abfangraketen. Eine bittere Rechnung für die Ukrainer! Bei seinem jüngsten US-Besuch hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) deshalb 300 Abwehrraketen gefordert, da die Russen monatlich 150 bis 200 verschießen würden.

Das Problem: „Seit dem Iran-Krieg haben die USA selbst einen erheblichen Mangel, den auf absehbare Zeit niemand ausgleichen kann“, sagt US-Experte Prof. Dr. Thomas Jäger (66) zu BILD. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) schätzt, dass die USA ihre Vorräte von 3100 Raketen auf aktuell 800 regelrecht leergeschossen hätten.

Kann Europa helfen?

Zwar produziert etwa der US-Hersteller Lockheed Martin am laufenden Band nach – doch das Tempo reicht nicht aus. Immer wieder wurde deshalb eine Lizenzproduktion in Europa ins Spiel gebracht. In Schrobenhausen bei Augsburg sollen so ab 2027 jährlich 100 bis 200 Patriot-Abwehrraketen entstehen. Was eine Produktion in der Ukraine betrifft, ist Experte Hoffmann dagegen skeptisch: „Es benötigt auch eine gut entwickelte Komponenten-Produktion. Deshalb hat Deutschland die besten Voraussetzungen.“ Kurzfristig hilft auch das nicht. Jägers ernüchterndes Fazit: „Für die nächsten Monate und vielleicht sogar zwei Jahre sind ukrainische Städte nicht so geschützt, wie sie es sein könnten.“

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