Berlin – Der als Dragqueen „Jurassica Parka“ bekannte Drag-Künstler Mario O. (46) ist wegen des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Inhalte zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach den Berliner am Mittwoch schuldig. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.
Als Jurassica Parka war Mario O. für rund zwanzig Jahre eine der schillerndsten Figuren der Berliner Drag-Szene. Er moderierte den Berliner CSD, warb beim Familienministerium für Queer-Rechte. Am Mittwoch betrat er das Gericht mit Maske vor dem Gesicht. Das Leben in der Öffentlichkeit ist vorbei.
„Ich habe komplett die Kontrolle verloren“
Auf mehreren Geräten fanden Ermittler bei einer Hausdurchsuchung im Juli 2025 unter anderem 131 kinderpornografische Videos bei ihm. Vor der Richterin räumte Mario O. alles ein: „Die Vorwürfe hören sich furchtbar an und führen mir vor Augen, was ich getan habe“, sagte er. „Das bestürzt mich und ich schäme mich.“
Seine Stimme bricht, als er seine persönliche Krise schildert. Er sei seit Jahren süchtig nach Alkohol und Kokain, seine pädokriminelle Neigung habe er verdrängt und nie behandeln lassen. „Vor der Hausdurchsuchung war es so schlimm wie noch niemals zuvor. Ich war konstant nicht klar und habe den ganzen Tag getrunken“, sagte O. „Ich habe komplett die Kontrolle verloren.“
Karriere als „Jurassica Parka“ ist vorbei
Doch es ist nicht seine erste Verurteilung: Bereits 2023 wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er einen kinderpornografischen Inhalt auf X (ehemals Twitter) gepostet hatte. Das Ausmaß seines Problems habe er erst jetzt erkannt: „Ich habe mir selbst geschadet, habe hochillegales Material konsumiert. Das ist im Nachhinein recht monströs, ehrlich gesagt.“
Auf die Bühne wolle er nicht mehr zurückkehren. Nach eigenen Angaben ist er seit mehr als zehn Monaten abstinent, besucht Selbsthilfegruppen und möchte eine Therapie beginnen.
Seine Vorstrafe wertete das Gericht strafschärfend. Dennoch würdigte es das Geständnis, die Kooperation mit den Ermittlern und die Bemühungen, sich Hilfe zu holen. Die Richterin stellte ihm eine positive Prognose: Sie gehe davon aus, dass er keine weiteren Straftaten dieser Art begehen werde.