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E-Gefangenentransporter in Bremen: Verbrecher fahren jetzt elektrisch

E-Gefangenentransporter in Bremen: Verbrecher fahren jetzt elektrisch
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Bremen – Wenn schon einfahren, dann wenigstens elektrisch. In Bremen rollen die bundesweit ersten rein batteriebetriebenen Gefangenentransporter und bringen Knackis umweltfreundlich von A nach B. Laut Justizsenatorin Claudia Schilling (57, SPD) sollen durch die beiden Busse pro Jahr 36 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Schilling sagte bei der Vorstellung: „Mit diesen Fahrzeugen wird einmal mehr bewiesen, dass selbstverständlich auch Einsatzfahrzeuge (…) klimaschonend zu elektrifizieren sind.“ Das Design der Busse sei „eine sehr moderne Interpretation der Grünen Minna“, sie sollen auch in der Öffentlichkeit für Elektromobilität werben.

Vorkehrungen gegen Knacki-Ausbruch

Damit das klappt, darf im sensiblen Bereich einer JVA nichts schiefgehen. Bremens Gefängnis-Chef Hans-Jürgen Erdtmann: „Für den Justizvollzug ist es wichtig, dass die neuen Transporter eine möglichst hohe Reichweite haben und auch auf längeren Wegen keine Ladevorgänge nötig sind, die Möglichkeiten zur Gefangenbefreiung oder -entweichung bieten könnten.“ Die Sicherheit der Mitarbeiter und Gefangenen werde „selbstverständlich auch elektrisch betrieben jederzeit gewährleistet“.

Wie weit müssen die E-Transporter denn fahren? Übliche Strecken sind zum Beispiel nach Hamburg, weiter nach Hannover und wieder zurück nach Bremen – was eine Gesamtstrecke von rund 425 Kilometern entspricht. Diese Entfernungen sollen mit den 564 Kilowattstunden ohne Zwischenladung drin sein.

Das kosten die zwei Spezialbusse

Die 16-Tonner sind von Renault, die Innenausbauten von einer Essener Spezialfirma. In vier Einzel-, fünf Zweier- und einer Viererkabine können bis zu 18 Gefangene transportiert werden. In allen Kabinen Video-Überwachung und Sprechverbindung zu den Wärtern. Auf Dauer soll sich das auch trotz hoher Anschaffungskosten von gut 1,4 Millionen Euro rechnen, der Strom für die E-Lkw stammt von der Solaranlage auf dem JVA-Dach.

Kritik an Rot-Grün-Rot an der Weser kommt von der FDP, Fraktionschef Thore Schäck (41) spricht von einem „Marketing-Gag“. Er zu BILD: „Die JVA platzt seit Jahren aus allen Nähten. Statt der Luxus-Transporter hätte man das Geld gut für einen Ausbau oder dringend benötigtes Personal anlegen können.“

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