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„Heat Dome“ über Europa: Erste Todesopfer wegen Hitzewelle

„Heat Dome“ über Europa: Erste Todesopfer wegen Hitzewelle
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Europa glüht unter einer gigantischen Hitzekuppel. In Spanien kratzen die Temperaturen bereits an der 40-Grad-Marke, in Deutschland kletterte das Thermometer in den vergangenen Tagen auf deutlich über 30 Grad. Frankreich rief gestern in acht Verwaltungsbezirken die Warnstufe Orange aus – die dritthöchste von insgesamt vier Stufen im französischen Warnsystem!

Die Folgen sind dramatisch: Frankreichs Regierungssprecherin Maud Bregeon sprach im Fernsehsender TF1 von sieben Todesfällen, „die direkt oder indirekt mit der Hitze zusammenhängen“, darunter „mindestens fünf Fälle von Ertrinken“. In Italien, Tschechien, Polen, Spanien, Portugal, Serbien, Belgien, Luxemburg und in Teilen von Österreich werden Bürger aufgefordert, sich vor der Hitze zu schützen und vor allem ausreichend zu trinken.

Hitzekuppel lässt Europa glühen

Experten sprechen von einem „Heat Dome“, der wie eine Glocke über Europa liegt und derzeit für die hochsommerlichen Temperaturen sorgt. Ursache sind heiße Luftmassen, die aus Nordafrika zu uns strömen. In Spanien sagt die staatliche Wetteragentur AEMET bis Donnerstag für das Guadalquivir-Tal in Andalusien und die Region Extremadura in Westspanien an der portugiesischen Grenze sogar Höchstwerte von 39 bis 40 Grad voraus – im Schatten!

Polizei ermittelt nach Todesfall

Im spanischen Brión (Galicien) starb bei der Gluthitze ein zweijähriges Mädchen: Nach bisherigen Informationen wollte sie der Vater in die Krippe bringen, vergaß sie jedoch nach einem Telefonanruf auf dem Rücksitz und ging arbeiten. Das Fahrzeug stand über Stunden in der Sonne. Das völlig dehydrierte Kind sei zwar noch in das medizinische Zentrum von Bertamiráns gebracht worden. Aber zu spät! Es konnte nicht mehr gerettet werden. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Das sagt der Wetterexperte

Gegenüber BILD erklärt Klimatologe Dr. Karsten Brandt: „Der rasante Temperaturanstieg in den letzten Tagen ist ein Problem: Man ist noch nicht komplett akklimatisiert. Unser Körper hat sich noch nicht an die Hitze angepasst. Und wir sind mitunter auch leichtsinnig und unterschätzen die enorme Sonnenstrahlung.“ Er rät weiter zur Vorsicht. Denn am Wochenende kommt die Schwüle hinzu. „Das belastet unseren Körper zusätzlich“, so der Wetterexperte.

Gefahr von Waldbränden steigt

Die hohen Temperaturen haben in Europa auch die Gefahr von Waldbränden steigen lassen. Im spanischen Nationalpark Doñana in Andalusien wurden mindestens 300 Hektar Pinien- und Buschwald zerstört. Die Regionalregierung vermutet derzeit aber Brandstiftung, da mehrere Brandherde nahezu gleichzeitig entstanden seien.

In Deutschland warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor erhöhter Brandgefahr – stellenweise sogar mit der höchsten Warnstufe 5. Vor allem Grasflächen könnten schnell Feuer fangen – beispielsweise durch unachtsam weggeworfene Kippen. Und die Sonne sticht erstmal weiter vom Himmel!

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