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Luise erstochen: Das Urteil über das Schmerzensgeld

Luise erstochen: Das Urteil über das Schmerzensgeld
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Koblenz (Rheinland-Pfalz) – Ein Kind wird in eine Falle gelockt und mit mehr als 70 Messerstichen getötet. Von zwei Mädchen, die zur Tatzeit selbst erst 12 und 13 Jahre alt waren. Der Mord an Luise (12) schockierte vor drei Jahren Deutschland. Da die Täterinnen so jung waren, dass sie keine Gefängnisstrafe fürchten mussten, klagten Luises Eltern auf Schmerzensgeld. Jetzt fiel das Urteil.

Richter Martin Junker gab der Klage der Familie am Donnerstag im kurz nach 12.30 Uhr im Landgericht Koblenz (Rheinland-Pfalz) statt. Die Hinterbliebenen der Schülerin bekommen 125.000 Euro Schmerzensgeld. Dazu 15.000 Euro Beerdigungs- und 4000 Euro Anwaltskosten.

Luises Eltern und die minderjährige Schwester hatten insgesamt rund 180.000 Euro gefordert. Dabei handelte es sich um Schmerzensgeld, Hinterbliebenengeld und Beerdigungskosten. Die Familie wollte laut Anwalt mit dem Zivilprozess ein Zeichen setzen. Dass ein solches Verbrechen nicht straflos bleiben darf. Vergleichbare Fälle gab es in Deutschland bisher nicht. Die Täterinnen hätten zahlen müssen, sobald sie volljährig sind und selbst Geld verdienen.

Mädchen haben den Mord gestanden

Am 11. März 2023 hatten die beiden Mädchen Luise F. aus ihrem Heimatort Freudenberg in den Wald gelockt. Sie versuchten zunächst, Luise mit einer Mülltüte zu ersticken. Als sie sich wehrte, soll das ältere Mädchen sie festgehalten haben, während die beste Freundin mit einem spitzen Gegenstand 74 Mal zugestochen haben soll.

Freudenberg liegt an der Landesgrenze von NRW, der Tatort lag aber in Rheinland-Pfalz. Deshalb fand dort der Prozess statt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Mädchen wurden zu Beginn per Video zugeschaltet und sollen den Mord gestanden haben.

In der Klageschrift war von einer „eiskalt geplanten Hinrichtung“ die Rede. Nach BILD-Informationen schrieb die mutmaßliche Haupttäterin drei Tage vor der Tat im Chat: „Ich bringe die um!“ Vorausgegangen war ein jugendlicher Streit um Nichtigkeiten im Internet. Luise sei qualvoll gestorben, jeder der 74 Stiche habe Schmerzen verursacht, heißt es in der Klageschrift. Die Anwälte gehen davon aus, dass die Täterinnen ihr Opfer mehr als eine Stunde lang attackierten: 72 Minuten war das Handy der besten Freundin am Tatort eingeloggt.

Wie lange musste Luise leiden?

Umso schlimmer muss für die Angehörigen gewesen sein, dass es im Prozess vor allem um die Frage ging, wie sehr Luise gelitten hat. Während die Kläger sagten, sie sei noch längere Zeit bei Bewusstsein gewesen, argumentierten die Anwälte der Mädchen, dass das Schmerzensgeld zu hoch angesetzt sei. Sie bestritten, dass es einen langen Todeskampf gegeben habe.

So leben die Mädchen, die Luise töteten

Eine Täterin lebt heute in einer Wohngruppe und besucht wieder eine Schule. Die zweite Jugendliche soll nach der Unterbringung in einer Psychiatrie auch in eine Wohngruppe wechseln. Zumindest bis zum 18. Geburtstag werden die Behörden für eine engmaschige Therapie und Betreuung der Mädchen sorgen.

Doch Luises Eltern werden ihre geliebte Tochter nie mehr in die Arme schließen können. Auch Geld kann diesen Schmerz nie lindern.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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