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Mo Idrissou: Schläft Bundesligastar in seinem Modeladen?

Mo Idrissou: Schläft Bundesligastar in seinem Modeladen?
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Dillingen (Saarland) – Die kleine Modeboutique von Mohamadou „Mo“ Idrissou (46) sollte einen Hauch von Glamour in die City von Dillingen (Landkreis Saarlouis, 21.000 Einwohner) bringen. Doch fünf Monate nach der pompösen Eröffnung ist der Glanz verblasst. Hinter der weißen Fassade sieht es inzwischen eher nach Stillstand aus.

Im Schaufenster in Dillingen (Saarland) stehen sie noch, die Puppen mit eng geschnittenen Anzügen, bunten, breitkrempigen Hüten und teuer wirkenden Accessoires. Daneben ein paar Mini-Boxhandschuhe und Krawatten. Im gefliesten Raum dahinter herrscht gähnende Leere. Ein kleiner Tresen, ein gepolsterter Lederhocker. Ein einzelnes, weißes Regal, nur gut jedes zweite Fach ist bestückt. Durch das Hinterzimmer sieht man gelegentlich den Inhaber schreiten und telefonieren. Möglicherweise beschäftigen ihn die Betrugsvorwürfe, die derzeit Geschäftspartner und Bekannte (u. a. Lottomillionär Chico) gegen ihn erheben.

Es geht um mehrere Geldforderungen. So soll Lottomillionär Chico dem Ex-Bundesliga-Star 5000 Euro überwiesen haben, nachdem dieser über Kontoprobleme gesprochen und um Hilfe gebeten habe. Ein Getränkehersteller aus Hinterweidenthal (Rheinland-Pfalz) gibt an, Idrissou habe im Sommer 2025 ein Sportler-Getränk samt Design in Auftrag gegeben. Vereinbart gewesen seien 5000 Euro für die Entwicklung des Konzeptes. Aber: „Alle Rechnungen blieben bislang unbezahlt“, so der Unternehmer. Auch ein Spielerberater und sein Ex-Manager aus Frankfurt/Main fordern nach eigenen Angaben Geld zurück. Aus Justizkreisen erfuhr BILD zudem, dass Idrissou u.a. wegen Betruges und Unterschlagung vorbestraft ist und derzeit Ermittlungen gegen ihn laufen.

Idrissou soll oft im Laden übernachten

Auch außerhalb der Öffnungszeiten scheint Idrissou häufig in seinem Laden „Oscar Germany“ (angeblich gibt es auch ein Geschäft in Paris) zu sein. Am Abend war er noch da, als die menschenleere Fußgängerzone bereits im Dunkeln lag. Am nächsten Morgen war er da, als andere Geschäfte noch geschlossen hatten. Ein Bekannter zu BILD: „Mo schläft inzwischen oft in seiner Filiale. Er ist aus seiner Wohnung geworfen worden.“

Um seine Luxus-Boutique steht es offenbar auch nicht gut. Ab dem nächsten Monat soll schon dauerhaft das „Closed-Schild“ an der Tür hängen. Eine Geschäftsfrau zu BILD: „Mo hat mir vor ein paar Tagen erzählt, dass er schließen wird. Die Umsätze stimmten einfach nicht.“ Dabei hatte sich Idrissou vor der Eröffnung noch optimistisch gezeigt. Damals sagte er: „Ich bringe so viele Promis nach Dillingen wie noch nie.“

Zur Eröffnung gab es Häppchen und Sekt

Seinen Laden richtete der ehemalige Profikicker (u.a. 1. FC Kaiserslautern, MSV Duisburg, Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach, Hannover 96) in einem ehemaligen Haarstudio ein – helle Wände, Marmor auf dem Boden. Er ließ die Räume auf 120 Quadratmeter erweitern. Zur Eröffnung gab es Fingerfood und Sekt. Zwei Steinwürfe entfernt gibt es ein Wettbüro. Idrissou sei dort öfter zu sehen, sagen Nachbarn. Im eigenen Laden soll er sich eher unregelmäßig aufhalten. Eine Bekannte: „Wann sein Laden aufhat, weiß man nie. Drinnen ist es meistens dunkel, er macht auch keine Werbung. Dabei gibt es weit und breit keinen anderen Herrenausstatter. Aber wer soll hereingehen, wenn man draußen nicht ein einziges Preisschild findet? Da glaubt man doch, das sei alles unbezahlbar.“

Idrissou schweigt zu den Vorwürfen

Als sei er gekommen, um die Frau Lügen zu strafen, steht plötzlich ein Mann vor dem „Oscar“, das am Montag eigentlich geschlossen hat. Er telefoniert, dann öffnet Idrissou die Tür. 45 Minuten später verlässt der Mann mit einer Einkaufstasche den Laden. Später klopfen auch wir, der Ex-Fußballer schließt die Tür auf. „Ja, bitte?“, fragt Idrissou, der einen schwarz-goldenen Trainingsanzug mit Rautenmuster trägt. Skeptisch betrachtet er die Visitenkarte von BILD, als der Reporter ihm von den Betrugsvorwürfen erzählt. Er sagt: „Ich möchte dazu nichts sagen.“ Dann schließt er die Tür wieder – in Dillingen vielleicht schon bald für immer.

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