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Wassermangel: Deutschlands bekanntester See trocken wie seit 50 Jahren nicht

Wassermangel: Deutschlands bekanntester See trocken wie seit 50 Jahren nicht
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Konstanz/Lindau – Urlauber und Badegäste sehen es sofort: Der bekannteste See Deutschlands führt derzeit so wenig Wasser wie selten um diese Jahreszeit. Sogar Ausflugsschiffe müssen ihre Routen neu planen. Zum Schwimmen muss man deutlich weiter in den See hineinwaten. Und Vogelkundler schlagen Alarm, weil mehrere Brutplätze trockenliegen.

Am Pegel Konstanz (Baden-Württemberg) lag der Wasserstand des Bodensees am Freitag (29. Mai) bei 309 Zentimetern. Das sind 65 Zentimeter unter dem langjährigen Mittelwert für diesen Tag. Im Aufzeichnungszeitraum seit 1850 wurde nur einmal im Mai ein noch niedrigerer Wasserstand gemessen: 1972 war der See lediglich 290 Zentimeter flach.

Das heißt, dass der derzeitige Stand der niedrigste seit mehr als 50 Jahren ist. Schon im vergangenen Frühjahr war der Wasserpegel im April auf den niedrigsten Stand in 40 Jahren gefallen.

Das ist der Grund für das Niedrigwasser

Normalerweise steigen die Pegel im Frühjahr und Sommer. Regen und schmelzender Schnee aus den Alpen treiben den Wasserstand nach oben. In diesem Jahr bleibt dieser Effekt bislang schwach. „Aktuell liegt im Einzugsgebiet des Bodensees insbesondere in den tieferen Lagen deutlich weniger Schnee als saisonüblich“, erklärt eine Sprecherin der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) auf BILD-Anfrage.

Auch Regen fehlte in den vergangenen Monaten. „Beides zusammen führt dazu, dass der Alpenrhein, der Hauptzufluss des Bodensees, aktuell unterdurchschnittlich Wasser führt“, heißt es weiter.

Experten erwarten nur leichten Anstieg

Zwar rechnen die LUBW-Experten mit einem leicht steigenden Wasserstand. Die derzeit hohen Temperaturen könnten die Schneeschmelze in den Bergen kurzfristig verstärken. Nach Einschätzung der Landesanstalt dürfte dieser Anstieg aber geringer ausfallen als üblich. Klar sei: Damit der Wasserstand im Gewässer steigt und wieder gewohnte Werte erreicht, müsse es neben der Schneeschmelze auch anhaltend und flächendeckend im Einzugsgebiet des Bodensees regnen.

Was das für Urlauber und Badegäste bedeutet

Am Strand müssen längere Wege bis zum Wasser in Kauf genommen werden – und noch längere, bis richtiges Schwimmen möglich ist. „Insbesondere in den flachen Uferbereichen unserer Strandbäder ist der niedrigere Wasserstand mittlerweile deutlich wahrnehmbar“, sagt Teresa Gärtner von den Stadtwerken Konstanz. Es könne aber in allen Strandbädern gebadet werden.

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