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Unternehmer (37) erschossen: Polizistin filmte Mord mit ihrer Bodycam

Unternehmer (37) erschossen: Polizistin filmte Mord mit ihrer Bodycam
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Verden (Niedersachsen) – Schreie, Tumult, plötzlich fallen Schüsse – und ein Mann liegt in einer Blutlache. Polizisten versuchen, ihn wiederzubeleben. Vergeblich. Die Tötung des Nienburger Sanitär-Unternehmers Ali Defli (37) geschah vor den Augen der Polizei. Am Dienstag mussten sich die Richter am Landgericht Verden die dramatischen Szenen ansehen. Eine Beamtin hatte die Tat mit ihrer Bodycam gefilmt!

Bilder, die kaum zu ertragen sind. Viele Zuschauer verlassen weinend den Gerichtssaal. Auf der Anklagebank sitzt Rudi T. (33). Er gibt zu, die Schüsse abgefeuert zu haben. Während das Video läuft, senkt er den Kopf. Er will die Bilder offenbar nicht sehen. Die Polizistin (25), deren Bodycam die Tat aufzeichnete, sagt: „Ich bin seit vier Jahren im Polizeidienst, habe viele Leichen gesehen, Situationen erlebt, die schlimm waren. Aber dieser Tag war das Schlimmste.“

Sie war mit ihrem Kollegen am 5. Mai 2026 wegen des Verdachts auf Waffenbesitz zum Tatort nach Nienburg (Niedersachsen) gerufen worden. Der Bruder des Angeklagten hatte die Polizei alarmiert und behauptet, der Bruder des späteren Todesopfers habe ihn mit einer Schusswaffe bedroht.

Hinter Bluttat steckt Familienstreit

Seit vier Jahren liegen die Familien des Angeklagten und des Opfers im Clinch. Angefangen haben soll alles mit einem Streit um eine Hantel im Fitnessstudio. Seitdem kam es immer wieder zu Beleidigungen, Drohungen und Schlägereien. Erst am Tattag wurde ein Gerichtsverfahren gegen Ali Defli wegen Körperverletzung eingestellt.

Handelte der Angeklagte aus Rache? Davon geht die Staatsanwaltschaft aus. Sie wirft ihm Mord und versuchten Mord vor. Eine Kugel traf auch einen unbeteiligten Passanten. Seitdem sitzt dieser im Rollstuhl. Die Anklage geht davon aus, dass sich Rudi T. unbemerkt von der Polizei von hinten an Ali Defli anschlich und ihm heimtückisch in Hals und Rücken schoss.

Kurz vor den Schüssen schaute der Angeklagte Pornos

Eine Mordabsicht weist Rudi T. von sich. „Er hielt sich noch kurz vor den Schüssen auf Pornoseiten auf“, heißt es in einer Erklärung seiner Verteidigung. Als sein jüngerer Bruder ihn anrief und von einer Bedrohung sprach, sei Rudi T. in Panik zum Tatort gesprintet. Er habe geglaubt, gesehen zu haben, wie Ali Defli mit einer Waffe auf seinen Bruder zielte, und habe aus Angst geschossen. Die Tat bereue er zutiefst.

Doch das Todesopfer hatte keine Waffe in der Hand. Seine Witwe Susan Defli (36) musste mitansehen, wie ihr Mann tödlich getroffen zusammenbrach. Als Zeugin sagt sie: „Meine drei Kinder haben Verlustängste, fragen: ‚Was ist, wenn der Mann auch dich tötet, Mama?‘ Ich kann ihnen die Angst nicht nehmen.“

Der Prozess wird fortgesetzt.

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