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Experte zu Wal: „Timmy zu entgasen, ist wie eine Bombe zu entschärfen“

Experte zu Wal: „Timmy zu entgasen, ist wie eine Bombe zu entschärfen“
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Anholt (Dänemark) – Vor der geplanten Obduktion des toten Buckelwals warnt ein dänischer Walforscher vor den Gefahren bei der Untersuchung des riesigen Kadavers. Biologe Peter Teglberg Madsen erklärt im „Spiegel“, was er herausfinden will, und sagt deutlich, was er von der Rettungsaktion hält.

Madsen zählt zu den bekanntesten Walforschern Dänemarks und beschäftigt sich seit 25 Jahren mit Buckelwalen. Bei der bevorstehenden Untersuchung des Kadavers soll er gemeinsam mit Tierärzten und Spezialisten dabei sein. „Wir werden etwa sechs bis sieben Leute am Wal sein, darunter sehr erfahrene Tierpräparatoren der Universität Kopenhagen“, sagt er dem „Spiegel“.

Madsen: Gefahr von Explosion

Besonders gefährlich sei die enorme Gasbildung im Inneren des toten Tieres, das seit knapp zwei Wochen vor der Insel Anholt verrottet. „Die Gefahr einer Explosion besteht, dabei fliegen dann kiloschwere Fleischbrocken durch die Luft, die können dich töten“, erklärt Madsen. Deshalb muss der Wal zunächst mit einem langen Messer „entgast“ werden. Das sei „wie eine Bombe zu entschärfen“.

Auch Krankheiten und Bakterien seien ein Risiko für die Helfer. Deshalb arbeiteten die Experten mit Schutzkleidung, Handschuhen und Masken. „Der Gestank ist überwältigend, aber daran gewöhnt man sich“, sagt der Forscher.

Obduktion soll Todesursache klären

Trotz des verwesten Zustands könne die Obduktion dennoch wichtige Erkenntnisse liefern. Die Experten wollen unter anderem prüfen, ob sich Plastik oder Fischernetze im Magen des Buckelwals befanden. Madsen berichtet von einem früheren Fall: „Ich habe im vergangenen Winter einen Pottwal untersucht und dabei 20 Kilogramm Fischernetze im Magen gefunden.“

„Der Wal hatte nie eine Chance“

Besonders kritisch sieht Madsen die Rettungsaktion nach der Strandung des Tieres. „Was dann geschah, da möchte ich ehrlich sein, war Tierquälerei“, sagt der Biologe. Und weiter: „Es war unverantwortlich.“ Der Forscher geht davon aus, dass der Wal bereits schwer krank und geschwächt war. „Der Wal hatte nie eine Chance“, sagt er im „Spiegel“. Der Forscher habe früh empfohlen, den Wal in der Ostsee in Ruhe zu lassen. Dafür habe er sogar „Hassmails“ erhalten.

Trotz des tragischen Falls von „Timmy“ verweist Madsen auch auf eine positive Entwicklung: Die Zahl der Buckelwale in den Meeren habe sich seit dem Verbot des Walfangs weltweit deutlich erholt. „Das macht Hoffnung“, sagt er.

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