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HBL: Trainer-Beben? Flensburg-Krise immer schlimmer

HBL: Trainer-Beben? Flensburg-Krise immer schlimmer
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Nur Blech statt Titel! Bei der SG Flensburg-Handewitt brennt es seit Monaten – und Trainer Ales Pajovic (47) steht im Zentrum der Krise. Das 30:37 im Halbfinale der EHF Finals gegen Melsungen ist nur der nächste Tiefschlag. Keine Champions-League-Quali. Keine Trophäe. Eine Saison ohne Happy End. Immerhin: Das Spiel der Frustrierten um Platz 3 gewann die SG gegen die französischen Pokalsieger Montpellier 32:30 (16:16). Im Vorjahr war das Duell das Finale (32:25) …

Der Erfolg in der Hamburger Barclays Arena kommt zu spät – Frust, Kritik und Krise bleiben! Geschäftsführer Holger Glandorf (43) und Sportdirektor Ljubomir Vranjes (52) äußern sich nicht öffentlich. Glandorf spricht lediglich von einer „harten Analyse“ im Sommer. Viele Fans reagieren hörbar enttäuscht – Pfiffe nach dem Halbfinale.

Dabei hatte es schon früh geknallt. Zum Saisonstart sorgen überraschende Punktverluste in Wetzlar und gegen Stuttgart für Wirbel in der Kabine. Vranjes wird gegenüber Pajovic sehr deutlich. Die Nervosität ist da, lange bevor Titel verspielt sind. In den vergangenen zehn Tagen verspielte die SG dann den Rest: Niederlagen in Magdeburg, Stuttgart und bei den EHF Finals. Im Halbfinale gegen Melsungen findet Pajovic, im Januar 2025 gekommen, u. a. kein Mittel gegen das Sieben gegen Sechs. Immer wieder wirkt die SG hilflos.

Kapitän Johannes Golla (28) sagt: „Wenn man so spielt, hat man das Finale nicht verdient.“ Marko Grgic (22) deutlich: „Was wir da hinten veranstaltet haben im Zusammenspiel mit unseren Torhütern, das war eines Doppelchampions nicht würdig. Ich habe keine Erklärungen. Es gibt keine Ausreden, es ist alles unsere Schuld.“

Während unten gepfiffen wird, wird oben beraten. Am Samstagabend hockten die Bosse im NH-Hotel in Altona zusammen. Glandorf, Vranjes & Co. waren extrem enttäuscht und niedergeschlagen. Intern dreht sich alles um die Frage: „Wird Pajo die Saison das als SG-Trainer überleben?“ Entscheidend dabei ist auch der mächtige SG-Beirat unter dem Vorsitz von Boy Meesenburg.

Und es gibt längst einen Namen, der als Nachfolger kursiert: Dagur Sigurdsson (53), der die deutsche Nationalmannschaft 2016 zum EM-Titel führte. Der Isländer wurde 2025 schon neben dem Slowenen Pajovic gehandelt. Dass die Gespräche damals an die Öffentlichkeit gelangten, soll Sigurdsson nicht gefallen haben. Hält sein Ärger noch an? Bei den EHF Finals ist Sigurdsson im Einsatz – für TV-Sender Dyn kommentiert er als Experte die SG-Hilflos-Auftritte. Ausgerechnet dort, wo Flensburg scheitert, sitzt der mögliche Nachfolger am Mikrofon.

Die Flensburger Trainerfrage hat Vorgeschichte. Maik Machulla musste im April 2023 vorzeitig gehen. Nicolej Krickau erwischte es im Dezember 2024 nach nicht einmal 18 Monaten. Nach der WM 2025 übernahm Pajovic, Vertrag bis 2027. Ein dritter Trainerwechsel in drei Jahren würde auch die Führung um Glandorf und Vranjes treffen. Ihre sportliche Expertise müsste dann erneut kritisch hinterfragt werden.

Während ein Bank-Wechsel diskutiert wird, steht ein Radikal-Umbruch auf der Platte an: Im Sommer gehen Johannes Golla (28/Melsungen), Lukas Jörgensen (Veszprem) und Kevin Möller (GOG). Simon Pytlick (25) wechselt spätestens 2027 für 500.000 Euro zu den Füchsen Berlin. Wechsel-Wirbel gibt es weiterhin auch um Luca Witzke (27).

Schon fix sind Aymeric Minne (29/Nantes), Simon Möller (25/Fenix Toulouse Handball), Emil Bergholt (28/Skjern HB) und Arnar Freyr Arnarsson (30/Melsungen). Ab 2027 dann die portugiesischen Brüder Francisco („Kiko“) Costa (21) und Martim Costa (23), die bei Sporting Lissabon von Vater Ricardo Costa trainiert werden. Papa Ricardo ist übrigens keine SG-Option.

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