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ADAC zieht vernichtende Bilanz beim Spritpreis: Ein Monat Tankrabatt und sinkende Ölpreise

ADAC zieht vernichtende Bilanz beim Spritpreis: Ein Monat Tankrabatt und sinkende Ölpreise

München – Seit beinahe zwei Monaten gilt an Deutschlands Tankstellen die 12-Uhr-Regel, die höchstens eine Preiserhöhung pro Tag an den Zapfsäulen zulässt. Zum 1. Mai kam der befristete Tankrabatt hinzu. Und jetzt sinken die Ölpreise allmählich. Dann müssten auch Diesel und Benzin günstiger werden. Aus Sicht von Experten sind die Spritpreise aber weiterhin zu hoch.

Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran und der Blockade der Straße von Hormus ist die Welt in eine erneute Energiekrise geraten. Wichtige Güter aus dem Nahen Osten wie Öl können die Meerenge nicht passieren. Normalerweise wird etwa ein Fünftel der Kraftstoffvorkommen aus der Region exportiert. Die Folge: Die Preise sind explodiert.

Eine Auswertung des ADAC zeigt: Im bundesweiten Durchschnitt kostete ein Liter Diesel am Dienstag 1,95 Euro – das sind 4,5 Cent weniger als vor einer Woche. Der Preis für Super E 10 sank im Wochenvergleich um 2,7 Cent auf 1,98 Euro. Allerdings sind in dem Zeitraum die Ölpreise stark gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet aktuell weniger als 100 US-Dollar, vor einer Woche waren es laut ADAC noch mehr als 111 US-Dollar.

„Preise hätten stärker fallen müssen“

Geben die Mineralölkonzerne die sinkenden Preise immer noch nicht an Autofahrer weiter? Genau das kritisieren Experten. „Die Preise hätten stärker fallen müssen, weil der Ölpreis seit der Vorwoche so deutlich gesunken ist: Nach Einschätzung des ADAC müsste der aktuelle Preisrückgang an den Zapfsäulen um einige Cent deutlicher ausfallen“, teilt ein Sprecher mit. Es bestätige sich ein weiteres Mal, „dass günstigere Einkaufsbedingungen von den Mineralölkonzernen nur verlangsamt an die Kunden weitergegeben werden, während ein höherer Ölpreis meist unverzüglich auch an den Zapfsäulen ankommt“.

Dass es auch anders geht, zeigt die Unternehmerfamilie Grupp (Textilhersteller „Trigema“). Sie betreibt auch drei Tankstellen in Baden-Württemberg. Dort sank der Dieselpreis am Mittwoch auf 1,79 Euro, bei E 10 auf 1,84 Euro. Das sei etwa 5 Cent weniger als bei der Konkurrenz. „Das entspricht inzwischen wieder in etwa dem Vorkrisenniveau“, erklärt Wolfgang Grupp Jr. (35).

Ob die Spritpreise ebenfalls jemals wieder das Vorkriegsniveau erreichen? Vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar kostete ein Barrel Brent-Öl rund 70 US-Dollar.

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