Notizie principali

Party-Situation in Berlin: Anwohner-Wut gegen Grillhorror

Party-Situation in Berlin: Anwohner-Wut gegen Grillhorror
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Jedes Wochenende fallen Partywütige aus ganz Berlin über den Volkspark Friedrichshain her, werfen ihre Grills an und drehen die Bässe auf. Der Horrortrip für die Anwohner beginnt.

Was früher mal Chillen im Park war, ist heute zu einer Massen-Open-Air-Veranstaltung geworden. Mit Autos werden Bierbänke und -tische, Lautsprecher und Karaokeausrüstung, Grills und Fleischberge in die öffentliche Grünanlage gekarrt. Dichter Rauch steigt auf, legt sich wie eine Glocke über Park und umliegende Straßen. Hunderte Feiernde tanzen im Rave.

Beschallung und Rauch rund um den Friedrichshain

Anwohnerin Petra G. (70) berichtet: „Sie bringen Musikboxen mit, die sind einen halben Meter hoch und megalaut. Die Bässe wummern durch meine Wohnung.“ Leidensgenossin Maria L. (48): „Das sind Massen, die Situation ist unkontrollierbar, die Party läuft ununterbrochen. Wir sind permanent Beschallung und Rauch ausgeliefert. Ich kann die Fenster nicht öffnen, die ganze Wohnung ist voller Qualm, der Gestank ist nicht zum Aushalten. Einschlafen kann ich erst nach Mitternacht.“ Oft fliehe sie mit ihrem Sohn zu Freunden.

Eine Anwohnerin erzählt: „Meinen Balkon kann ich gar nicht mehr nutzen. Die Luft ist beißend. Die Augen tränen. Rauchschwaden sammeln sich in meiner Wohnung. An Schlafen ist nicht zu denken.“ Eine weitere Frau erzählt: „Morgens um 4 Uhr rufen wir die Polizei.“ Ein Vater (37) zweier Kinder: „Müll stapelt sich meterhoch. Menschliche Exkremente liegen überall herum.“

Die Betroffenen haben sich zur Initiative „Anwohner Neuer Hain“ zusammengeschlossen und einen Brandbrief an Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (41, Grüne) geschrieben. Sie fordern, das Grillen im Volkspark, auch auf der ausgewiesenen Fläche, zu verbieten. Denn: Niemand hält sich an Regeln. Gegrillt wird überall. Bereits 8700 Menschen unterschrieben zudem eine Petition der Initiative. Ziele: Verbot von Großveranstaltungen, Räumung der Flächen um 22 Uhr.

Partys eskalieren, Einschreiten nicht erkennbar

Marita Fabeck (39), CDU-Fraktion in Friedrichshain-Kreuzberg, kritisiert: „Die derzeitigen Zustände sind unzumutbar für Parkbesucher und Anwohner. Es geht um pure Eskalation!“ Einen Antrag ihrer Fraktion für Regelüberwachung und Lärmschutz lehnten Grüne, Linke und SPD allerdings ab.

Tino Schopf (51), SPD-Politiker aus dem Nachbarbezirk, der sich für die Anwohner der belasteten Viertel in Pankow einsetzt, wird deutlich: „Regeln werden ignoriert, Hinweise bleiben wirkungslos und konsequentes Einschreiten ist nicht erkennbar. Aus meiner Sicht hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Situation nicht im Griff.“

81 Grill-Beschwerden liegen laut Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg in dieser Saison bereits vor. Auf BILD-Anfrage verweist Grünflächen- und Ordnungsstadträtin Annika Gerold (40, Grüne) auf Grillflächen-Pächter und Parkläufer, die verantwortlich für die Umsetzung von Regeln seien.

Aber auch ihre Mitarbeiter hätten in diesem Jahr schon 98 Kontrollen durchgeführt. Sie kündigt an: „An etlichen Wochenenden wird es wieder gemeinsame Streifengänge vom bezirklichen Parkmanagement, dem Ordnungsamt und der Polizei geben.“ Die Anwohner sind bereits frustriert. „Wir müssen andauernd kämpfen“, sagen sie. Und: „Das Privileg, zu grillen, wiegt offenbar stärker als das Recht, normal atmen zu können.“

Potresti esserti perso