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French Open kochen vor Hitze: Favoritensturz und zwei Teenie-Stars

French Open kochen vor Hitze: Favoritensturz und zwei Teenie-Stars
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Seit einer Woche glühen die French Open vor sich hin! Heißer Sport, noch heißere Temperaturen und heiße Geschichten ohne Ende. Ein Paradies für Fans und Journalisten, das es so noch nicht gab. Paris 2026 bietet so viel, wie lange kein Grand-Slam-Turnier mehr bot. Hitzekollaps, Favoriten-Aus und zwei Teenie-Stars, dazu noch viel Lustiges, Skurriles und Bitterernstes.

Hitze setzt Spieler matt

40 Grad sind in den Tagen von Paris auf dem Spielfeld nicht selten. Lufttemperaturen auf der Tribüne von beständig um die 35 Grad, vom ersten Tag am 24. Mai bis heute, das gab es noch nie. Laut französischen Wetterdiensten ist es die erste Hitzeperiode im Mai in Frankreich seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1855. Demnach sind es auch die heißesten French Open. Sie gibt es seit 1891. Viele Profis wurden Opfer der Hitze. Jannik Sinner (24), dem Superstar, fehlte nur noch ein Spiel, vielleicht vier, fünf Minuten, für den Einzug in die 3. Runde. Dann streikte sein Körper, wie so oft, wenn es heiß wird. Der Tscheche Jakub Mensik (20) kippte nach dem Matchball in der 2. Runde um, blieb minutenlang liegen, ehe Helfer kamen. Inzwischen steht er im Achtelfinale. Für alle gilt: Eisbeutel und Eisrollen sind (fast) wichtigere Arbeitsmittel als Schläger und Bälle.

Nur zwei Top-10-Spieler noch dabei

Neun Grand-Slam-Turniere in Serie hieß der Sieger Sinner oder Carlos Alcaraz (23). Diesmal aber wird es einen Gewinner geben, der noch nie einen Major-Titel holte. Weil das Favoritensterben gerade bei den Männern so groß ist, wie Ewigkeiten nicht mehr, und schon vor dem Turnier begann. Alcaraz sagte wegen einer Handverletzung ab, Sinner, Novak Djokovic (39) & Co. flogen früh raus. Von den Top 10 sind im Achtelfinale, das am Sonntag beginnt, nur noch Alexander Zverev (29) und der Kanadier Felix Auger-Aliassime (25) dabei. Der Hamburger ist der einzige Top-5-Profi und nun der Top-Favorit auf den Coupe des Mousquetaires.

Bei den Frauen sieht es besser aus. Nur die Weltranglisten-Zweite und Australian-Open-Siegerin Elena Rybakina (26/Kasachstan), die Amerikanerin Jessica Pegula (32) und die Tschechin Karolína Muchová (29) sind aus den Top 10 nicht mehr dabei.

Teenie-Stars rocken Roland Garros

Großer Rummel um zwei Tennis-Juwelen! Joao Fonseca (19) ist schon die Nummer 30 der Welt, schaffte aber mit dem Drittrunden-Erfolg über Djokovic nach 0:2-Satzrückstand den Durchbruch und steht zum ersten Mal im Achtelfinale eines Grand Slams. „Er kann Grand Slams gewinnen und das würde ich gern sehen“, lobte der Serbe den Brasilianer, der weltweit die Stadien rockt und der umschwärmteste Spieler der jungen Generation ist.

Zumindest die Franzosen haben aber einen anderen Liebling. Moïse Kouamé ist gerade mal 17 Jahre alt, kam mit einer Wildcard ins Hauptfeld und wird nach seinem Sturm unter die letzten 32 seine Weltranglistenposition 318 um mehr als 100 Plätze verbessern. In dem Lokalmatador mit ivorischen und kamerunischen Wurzeln sehen die Einheimischen ihre Hoffnung auf den ersten französischen Grand-Slam-Champion seit Yannick Noah (66), der 1983 in Paris gewann. Zeit dafür hat er genug.

Stolperfalle, teurer Schmuck und Krieg

Und sonst noch? Nerven Werbeaufsteller von Sponsor Lacoste auf den Spielfeldern als Stolperfallen. Mariano Puerta (47), Trainer von Alejandro Davidovich Fokina (26), fliegt einfach nach Miami und beendet die Zusammenarbeit per WhatsApp, ohne mit dem Spieler zu sprechen. Titelverteidigerin Coco Gauff (22/USA) übersteht einen Autounfall auf dem Weg zu ihrem ersten Match unverletzt, nachdem der Fahrer einen Poller rammte. Die Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka (28/Belarus) spielt mit Ketten im Wert von 86.000 Euro um den Hals, die frühere Nummer 1, Naomi Osaka (28/Japan), begeistert erneut durch spektakuläre Outfits wie bodenlanges Glitzerkleid oder eine weiße Schleppe, wenn sie den Platz betritt. „Ich rede nicht sehr viel. Über Kleidung kann ich mich ausdrücken“, sagt sie.

Weniger erfreulich: Zickenkrieg um einen Ballabdruck, in dessen Folge die Hamburgerin Tamara Korpatsch (31) der Chinesin Wang Xinyu (24) nach dem Match den Handschlag verweigert. Die meisten Spieler verkünden einen Medienboykott für ihre Auftritte vor dem Turnier. So wollen sie für mehr Preisgeld kämpfen. Allgegenwärtig ist der Krieg in der Ukraine, vor allem dank Oleksandra Oliynykova (25) und Marta Kostyuk (23), die die russische Aggression immer wieder verurteilen und Bilder der Zerstörungen auf Pressekonferenzen zeigen. Oliynykova benennt die putinfreundlichen Kontrahentinnen namentlich, vergleicht deren Aktivitäten mit der Nazizeit in Deutschland. In diesen French Open steckt viel Sprengstoff.

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